Die EU- Kommission führte vor einiger Zeit eine EU- weite Umfrage zum Thema „Bargeldobergrenze“ durch, deren Ergebnis vor einer Weile veröffentlicht wurde. Dieses Ergebnis ist wirklich interessant. Wenn eine Umfrage z. B. über die Wirksamkeit eines Waschmittels gemacht wird, wissen wahrscheinlich mehr Menschen darüber Bescheid als über die Umfrage zur Bargeldobergrenze und auch über das Ergebnis ist kaum was zu vernehmen. Das Thema wurde von den Medien nicht aufgegriffen und auch die EU- Kommission schwieg dazu. Für die Umfrage interessierten sich eigentlich nur die Deutschen, die Franzosen und die Österreicher; bei den Franzosen gibt es übrigens schon eine Obergrenze für Barzahlungen. Sie beträgt 1.000 Euro für in Frankreich ansässige Steuerzahler. Von den insgesamt sehr bescheidenen zirka 30.000 Antworten kamen je ein Drittel aus Deutschland und Frankreich, etwa 20 Prozent kamen von den Österreichern, die sich an der Umfrage bevölkerungsmäßig somit am stärksten beteiligt haben. Viele Antworten bleiben da für den Rest der EU nicht mehr übrig. Von allen Antworten sprachen sich satte 95 Prozent gegen eine EU- weite Bargeld- Obergrenze aus. Von denen wiederum war für knapp 90 Prozent die Grundfreiheit des anonymen Bezahlens das wichtigste Argument gegen Einschränkungen. Mehr als 60 Prozent sprachen sich gegen Beschränkungen aus, weil Bargeld praktisch ist und mehr als 70 Prozent glauben, dass Begrenzungen gegen Geldwäsche, Terrorfinanzierung oder Steuerhinterziehung nichts oder wenig bringen. Gerade das sind ja die Totschlagargumente, mit denen gegen das Bargeld vorgegangen wird. Bei der Umfrage wurde auch gefragt, wie einem eine Obergrenze nützen würde. Die Beantwortung dieser Frage wurde zu 99 Prozent verweigert; mit „gar nicht“ zu antworten, war nämlich nicht möglich.

Es wird auch immer wieder ins Treffen geführt, dass bezahlen mit Bargeld teurer kommt als bargeldlos zu bezahlen. Wenn das so sein sollte; warum gibt es dann Läden und Unternehmen, welche Kreditkarten ganz einfach verweigern oder denen Bargeld lieber ist? Wegen der Kosten für die notwendige Hardware und wegen der Provision. Andere Unternehmen verrechnen auch schon einmal einen Aufschlag bei Kartenzahlung oder stellen die Provision in Rechnung. Die Banken, die Regierungen und die EU- Kommission arbeiten aber daran, Bargeld bzw. Zahlungen mit Bargeld zu verteuern und der IWF gibt Tipps, wie Bargeld schrittweise und unauffällig abgeschafft werden kann; mit Beschränkungen z. B. Es geht bekanntlich nicht nur um Geld, sondern auch um Kontrolle.

Der Kartenbetreiber Visa zahlt übrigens Prämien, wenn Restaurants Bargeld verweigern. (Natürlich nicht in bar!) Es heißt dazu: „Visa betrachtet seit langem Bargeld als größten Wettbewerber und arbeitet daran, es zu verdrängen. Bargeldlos zu werden, ist eine Priorität….“ Das trifft aber auf alle Kartenbetreiber zu. Eine unselige Allianz von Regierungen, EU, IWF, Banken und Kartenbetreibern arbeitet gegen das Bargeld.

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