Fast periodisch wiederkehrend geistern schon seit längerer Zeit Berichte durch die Medien, die viele Leute verstören und irritieren. In diesen Berichten ging es ursprünglich um gemeinnützige Tätigkeiten für Arbeitslose. Da wurde auf Langzeitarbeitslose hingewiesen oder auf die 50plus- Gruppe und im Laufe der Zeit und der Diskussionen gesellten sich auch Asylwerber als Zielgruppe dazu. Generell wurde betont: Diese gemeinnützigen Tätigkeiten dürfen keine bestehenden Arbeitsplätze „ersetzen oder gefährden“. Da hieß es dann beispielsweise in einer Zeitung: „Flüchtlinge sollen etwa als Schülerlotsen arbeiten können oder Tiere und Kranke pflegen“. Für einige Leute macht es anscheinend keinen Unterschied, ob Tiere oder kranke Menschen gepflegt werden.

Jetzt war es wieder einmal soweit, dass ein Vorstoß in diese Richtung erfolgte. Ein sogenannter Sozialrechtsexperte schlägt vor, „Arbeitslose für die 24- Stunden- Betreuung am Land einzusetzen… Dabei gehe es um Aufgaben für niedrig qualifizierte Menschen – auch Asylwerber könnten eingesetzt werden“, schreibt eine Tageszeitung. Der Experte denkt weiter. Eine Zeitung zitiert ihn: „Aus meiner Sicht wäre das geradezu eine ideale Situation, Menschen in der Region zu integrieren“. Von daher weht also der Wind. Es soll der schnell und stark anwachsenden Zahl arbeitsloser „anerkannter Flüchtlinge“ ist gleich Migranten entgegengewirkt werden und da bietet sich aus Sicht des Experten der Pflegebereich an. Die Alten sollten also froh sein, dass sie irgendwer pflegt. Dass der Vorschlag des Sozialrechtsexperten nur bei einem ranghohen Gewerkschafter und den NEOS auf Kritik stößt, sagt sehr viel über die österreichische Politik im Allgemeinen und den Umgang der Politik mit alten und pflegebedürftigen Menschen im Besonderen aus. Die Kritik der NEOS lautet: „Hier wird argumentiert, als ob für die Betreuung von alten und pflegebedürftigen Menschen keinerlei Qualifikation notwendig wäre. Jeder Experte im Pflegebereich wird bestätigen, dass das Gegenteil der Fall ist“.

Es ist schon lange Zeit ersichtlich, dass der Anteil und die absoluten Zahlen der arbeitslosen Migranten stark steigt bzw. steigen. Statt auf „Teufel komm raus“ nach möglichen Arbeitsplätzen zu suchen, sollte vielleicht einmal über die Sinnlosigkeit der jetzigen Migrationspolitik nachgedacht werden. Sinnvoll wäre auf jeden Fall, über die Definition der Begriffe „Asyl“ und „Migration“ nachzudenken.

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