Unter diesem Titel wird jetzt von privater Seite und mit medialer Unterstützung versucht, mit einer Unterschriftenaktion die Politik in Österreich wachzurütteln und sie zu überzeugen, dass Grund und Boden bewahrt werden müssen. Dieses Wachrütteln muss bei den Bürgermeistern beginnen und bis in die hohe Politik gehen. Der Initiator der Aktion sagt: „Wir müssen jetzt handeln, um die Zukunft unserer Kinder und Enkerl zu retten“. Der Mann hat recht mit seinem Aufruf und es ist höchste Zeit, dass in Österreich ein Umdenken erfolgt. Statistisch gesehen wird in Österreich jeden Tag eine Fläche von 20 ha zubetoniert oder asphaltiert; also verbaut und versiegelt. Dabei hat die Regierung vor mehr als 10 Jahren in einer Nachhaltigkeitsstrategie einen Zielwert beim Bodenverbau von 2,5 ha festgelegt.; wir liegen heute also um sagenhafte 800 Prozent drüber und die Zuständigen (verantwortlich ist ja niemand!) schweigen sich darüber aus. Wenn die Bodenverbauung so weitergeht, dann gibt es rein rechnerisch in 200 Jahren in Österreich keine Agrarflächen mehr. Ein paar Ignoranten werden jetzt sagen: Was juckt mich das, da lebe ich garantiert nicht mehr. Das stimmt, aber andere mit Verantwortungsbewusstsein juckt es schon, ob unsere Anbauflächen immer weniger werden oder nicht. Wir dürfen uns auch nicht wundern, wenn es immer häufiger zu Überschwemmungen kommt und Muren abgehen. Es wird ja der das Wasser aufnehmende Boden immer weniger. Und: Starkregen braucht erst recht aufnahmefähigen Boden. Österreich ist bei der Bodenversiegelung trauriger Spitzenreiter in Europa; kein Land versiegelt und verbaut so vielen fruchtbaren Boden wie Österreich. Es ändert auch nicht viel daran, dass das Umweltministerium „nur“ auf 16 ha pro Tag kommt.

Es geht aber noch weiter. Nach Schätzungen des Umweltbundesamtes stehen österreichweit etwa 50.000 ha an Industrie- und Gewerbeflächen sowie Wohnflächen leer. Man lässt leer stehende Gebäude verfallen, spekuliert eventuell auf steigende Grundstückspreise und baut aus irgendwelchen Überlegungen neu; z. B., weil ein „moderner“ Bau gewünscht wird und weil man die Abrisskosten sparen will. Dass eine Altbausanierung eine Menge Arbeitsplätze sichern oder schaffen würde,wird übergangen. Übergangen wird auch, dass die massive Verbauung über kurz oder lang massive negative Auswirkungen auf den Tourismus und alle damit zusammenhängenden Branchen haben wird. Übergangen wird außerdem, dass eine angestrebte massive Bevölkerungszunahme das Problem der Bodenversiegelung auf jeden Fall vergrößert. Nicht zu vergessen aber auch die Landwirtschaft. Weniger Anbaufläche ist logischerweise weniger Ertrag und bedeutet auch weniger Arbeitskräfte. Viele Leute werden jetzt sagen: „Aber bitte; schau in den Supermärkten, die Regale sind doch voll!“ Stimmt, aber woher kommen die Lebensmittel? Jetzt vielleicht noch aus Österreich, aber wie lange noch und Österreich ist berühmt für die hohe Qualität der produzierten Lebensmittel. Es ist also nicht nur die Qualität bedroht, sondern auch die Versorgungssicherheit. Wir geraten in die Abhängigkeit, sind immer mehr auf Importe angewiesen. Also, Leute: Die Aktion unterstützen und unterschreiben. Zum Vorteil der nächsten Generationen.

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