Jetzt wurde, völlig unüblich, eine halbjährliche Kriminalstatistik veröffentlicht. Hat sicher nichts mit dem Wahlkampf zu tun und dient gewiss nur dem Bedürfnis des Innenministeriums, die Bevölkerung zu informieren und die Polizei zu rehabilitieren. Die musste ja in letzter Zeit einige Attacken speziell aus dem linken Lager hinnehmen. Darum also jetzt die Kriminalstatistik für das erste Halbjahr 2017, die fast einer Jubelmeldung gleichkommt. Wenn man sich die präsentierten Zahlen zu Gemüte führt, ist man beinahe versucht, mit Jazz- Gitti zu singen: „A Wunda, a Wunda, es is a Wunda g´schehn…“ Was ist geschehen? Die Kriminalität ist rückläufig, die Aufklärungsquote ist gestiegen, die Zahl der Anzeigen ist zurückgegangen. Nur die Internetkriminalität ist angestiegen. Die Aufklärungsquote hat, wie berichtet wird, einen Rekordwert von 48,2 Prozent erreicht. Nüchtern betrachtet heißt das aber trotzdem, dass insgesamt nicht einmal jeder zweite Fall aufgeklärt wird. Es wird auch berichtet, wie viele Verdächtige ausgeforscht wurden. Wie viele von denen landeten vor Gericht, wurden verurteilt und wie viele wurden nur mit einem warnenden Zeigefinger bestraft? Das herauszufinden, ist schon etwas aufwändiger. Es heißt im Zeitungsartikel dann noch, dass 40,3 Prozent Fremde waren. Ausländer also und somit überdurchschnittlich viele und wenn man jene „mit Migrationshintergrund“, aber mit österreichischem Pass dazu zählt, schaut die Bilanz noch schlechter aus. Unternimmt Österreich da etwas; werden verurteilte kriminelle Ausländer abgeschoben, um dadurch weitere Straftaten zu verhindern? Das würden sich viele Menschen wünschen, aber das ist meist Wunschdenken.

Winston Churchill soll einmal gesagt haben: „Ich traue keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe“. Das verleitet zur Frage, ob die Kriminalität in Österreich tatsächlich rückläufig ist oder ob da eine gewisse Kosmetik mitspielt. Könnte es etwa sein, dass viele Sachen gar nicht mehr angezeigt werden? Weil die Leute der Meinung sind, dass eh nichts herauskommt und man sich nur Laufereien und Scherereien einhandelt. Könnte es sein, dass gewisse Delikte als „landestypisch“ für bestimmte Gruppen angesehen werden? Ist es eventuell denkbar, dass es, vergleichbar mit Sammelklagen, so etwas wie Sammelanzeigen gibt, um die Zahl der Fälle zu senken?

Wie schon erwähnt; es ist sicher purer Zufall, dass im Wahlkampf eine so positive Kriminalstatistik veröffentlicht wird. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

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