Das Kriegsgetöse zwischen den USA und Nordkorea wird immer lauter und bedrohlicher; man hat den Eindruck, dass da ein Krieg herbeigeredet werden soll. Da wird aber nicht mit einem Krieg mit konventionellen Waffen gedroht, sondern mit einem Krieg mit Atomwaffen. In den Medien wird der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un, seit er an der Macht ist, mit Attributen wie „der Irre“, „der Wahnsinnige“, „der Unberechenbare“ usw. belegt. Sein momentaner Gegenpart, US- Präsident Trump, kommt in den Medien auch nicht gerade gut weg; er hat nur dann eine gute Presse, wenn er kriegerische Aktivitäten anordnet. Wie z. B. einen „Vergeltungsschlag“ gegen syrische Regierungstruppen wegen eines angeblich von diesen durchgeführten Giftgasangriffes. Jetzt hat Trump Nordkorea gedroht. Er sagte, wenn Nordkorea seine Drohungen gegen die USA fortsetze, werde diesen Drohungen „begegnet mit Feuer, Wut und Macht, wie die Welt es so noch nicht gesehen hat“. Drohungen also auf beiden Seiten, nachdem Nordkorea einige, auch missglückte, Raketenstarts bekannt gab, behauptete, mit Raketen die USA erreichen zu können und einen Angriff auf den für die USA wichtigen Stützpunkt Guam im Westpazifik androhte. Nordkorea hat seine Drohungen erweitert, nachdem das Land mit zusätzlichen verschärften UN- Sanktionen wegen seiner Raketentests belegt wurde.

Man muss in der Geschichte ein Stück zurückgehen, um vielleicht zu verstehen, warum Nordkorea sein Atomprogramm forciert hat. Im Oktober 1994 sollte der schon damals eskalierende Atomstreit zwischen Nordkorea und den USA mit dem sogenannten Genfer Rahmenabkommen beigelegt bzw. geregelt werden. Zusätzlich ist interessant zu wissen, dass es zwischen Nordkorea und den USA, bedingt durch den Korea- Krieg 1950- 53 keinen Friedensvertrag, sondern nur ein Waffenstillstandsabkommen gibt. 1998 sagte die Internationale Atomenergieorganisation IAEO in Hinblick auf das Genfer Rahmenabkommen noch, es gebe „keinerlei fundamentale Verletzung jeglicher Aspekte des Rahmenvertrages“ durch Nordkorea. Von den USA wurden unter Clinton, Bush und Obama jedoch die Vereinbarungen und Absprachen des Genfer Rahmenabkommens nicht eingehalten (Das schreibt jedenfalls eine Dozentin der Uni Nottingham). Das war wohl der Grund, warum sich auch Nordkorea nicht mehr an den Vertrag gebunden fühlte. Wahrscheinlich als Folge der US- Vertragsverletzungen trat Nordkorea im Jänner 2003 aus dem Atomwaffensperrvertrag aus.

Würden die USA jetzt Nordkorea angreifen, wäre das „nur“ der Bruch des Waffenstillstandsabkommens, auch wenn die ganze Region mit allen Menschen verglühen und verdampfen würde. Eine unvorstellbare Vorstellung.

Der Artikel der Dozentin:

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