… werden die Faulen fleißig, sagt der Volksmund. In der Politik läuft es ähnlich, aber man muss den Spruch ändern auf: Vor einer Wahl werden die Politiker wach. Da in Österreich in etwa zwei Monaten die Nationalratswahl ansteht, werden die Kandidaten auffällig umtriebig. Einer davon ist der rote NR- Abgeordnete Dr. phil. Cap. Bis zur Nationalratswahl 2013 war Josef Cap auch Klubobmann der SPÖ. Nach der Wahl durfte diesen Posten dann Andreas Schieder übernehmen. Für diesen Verlust, quasi als „Finanzausgleich“, wurde ab 1. 1. 14 Josef Cap mit dem für ihn geschaffenen neuen Posten des Präsidenten des Renner- Institutes bedacht, der ihm pro Monat etwa 6.000 Euro brutto bringt, wie nachzulesen ist.
Für die kommende Wahl ist Cap auf der Bundesliste auf den 33. Platz gesetzt worden (soll er in Pension geschickt werden? Immerhin ist er über 65) und plötzlich wird er sehr aktiv und horcht anscheinend, entgegen der Parteilinie, auch auf das Volk. Kein Wunder, jetzt heißt es in die Hände spucken, denn er braucht jede Menge Vorzugsstimmen, um weiter im Parlament zu bleiben. Da ist es auch nicht verwunderlich, wenn er Sicherheit und Migration zu seinen Themen macht und gleich einmal sagt: „… Wer sich hier nicht integrieren will, soll wieder zurückgehen“. Ja, das hat tatsächlich der rote Cap gesagt; kaum zu glauben. Aber nicht nur das, er sagt auch: „Kurz hat in der Flüchtlingsfrage zu wenig getan“. Er ist auch für verstärkte Grenzkontrollen in Österreich und dafür, Flüchtlingsboote zurück nach Libyen zu schicken. Das ist ja türkiser als es die türkise neue ÖVP fordert und blauer als die FPÖ. Das ist ja unglaublich! Und das im dunkelroten Wien! Was ist da los? Ach ja, Wahlkampf ist. Also braucht man das alles nicht so ernst zu nehmen. Auch von den anderen nicht.

Advertisements