Von allen Seiten wird uns eingeredet, wie super es in der EU dank der fürsorglichen und vorausschauenden Politiker laufe. Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosenzahlen sinken, die Menschen sind zufrieden. Probleme werden anscheinend gelöst, bevor sie entstehen. Alles super also? Mitnichten, wie eine deutsche Seite schreibt. Diese Jubelmeldungen mögen für einen Teil der EU, nämlich für Nord- und Mitteleuropa, zutreffen, aber nicht für den Süden und dort schon gar nicht für die Jungen. Während die Wirtschaftsdaten inklusive Arbeitslosenzahlen der nord- und mitteleuropäischen EU- Staaten tatsächlich gut sind, schaut es in den „Oliven- Staaten“ ganz anders aus. Zum „Internationalen Tag der Jugend“, der von der UN- Generalversammlung mit 12. August festgelegt wurde, hat das europäische Statistikamt Zahlen zur Beschäftigung der Jugendlichen in der EU veröffentlicht. Zu diesen Zahlen muss man auch einen relativ neuen Begriff kennen: „NEET“, die Abkürzung für „Not in Employment, Education or Training“. Das bedeutet auf gut deutsch, dass jemand weder in Beschäftigung ist noch in einer Schul- oder Berufsausbildung steht. Dieser Begriff wird angewendet für jüngere Menschen und ist ein wichtiger Begriff für die EU- Kommission bei der Eingliederung der jungen Leute in den Arbeitsmarkt geworden. Gerade bei jungen Leuten wurde bei Statistiken über Beschäftigung unverschämt getrickst und geschönt. Da wurde beispielsweise oft die Meinung vertreten, dass jemand nicht arbeitslos sein kann, der noch nie gearbeitet hat. Schulabgänger zum Beispiel. Mit „NEET“ geht das nicht mehr.

Deutschland als größte EU- Wirtschaftsmacht steht im Vergleich mit anderen EU- Staaten relativ gut da. Die NEET- Zahlen für alle Altersgruppen bis zu den 34- jährigen liegen zwischen9,7 Prozent und 14,7 Prozent. Bessere Werte haben nur Dänemark, Luxemburg, Malta, Niederlande und Schweden. Zu den NEET´s zwischen 20 und 24 Jahren zählen hingegen in Italien 29,1 Prozent, in Rumänien 23,6 Prozent, in Griechenland 23 Prozent, in Zypern und in Bulgarien 22,7 Prozent und in Spanien 21,1 Prozent. Das sind, wie gesagt, nur die Werte der 20- bis 24- jährigen. Ein wichtiger Faktor für den Anteil der NEET´s ist weniger das Alter, sondern viel mehr die Bildung. Da zeigte die Studie gerade in Frankreich große Unterschiede auf. Bei Jugendlichen mit einem höheren Schulabschluss lag der Anteil der Arbeitslosen bei 15,7 Prozent. Bei Jugendlichen mit Matura bzw. Abitur lag dieser Wert schon bei 23,7 Prozent und bei Jugendlichen ohne Matura bzw Abitur sogar bei 40,3 Prozent. Die Statistik sieht für die französischen NEET´s eine düstere Zukunft. Sie geht davon aus, dass 60 Prozent von ihnen Langzeitarbeitslose werden. Über kurz oder lang also langzeitarbeitslose Erwachsene. Das ist sozialer Sprengstoff und das betrifft letztendlich nicht nur Frankreich. Massenzuwanderung mit verweigerter Integration und fehlender bzw. nicht vermittelbarer Bildung werden ein großer Teil des Problems werden, wie auch andere Studien belegen.

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