In der Asylwerber- bzw. Zuwandererfrage waren sich die EU- Kommission und Polen noch nie einig. Die EU- Kommission versuchte schon mehrmals, den Polen ihre Quotenflüchtlinge „aufs Auge zu drücken“, aber Polen hat sich bisher erfolgreich dagegen verwehrt; auch auf die Gefahr von Vertragsverletzungsverfahren, mit denen die EU- Kommission gedroht hat bzw. die sie sogar eröffnet hat. Die letzten muslimischen Terroranschläge in Barcelona waren da wie Wasser auf die Mühlen der Polen in der Flüchtlingsfrage. Der Chef des Nationalen Sicherheitsbüros in Polen sagte dazu: „Wir überzeugen uns am Beispiel der jüngsten Anschläge, dass es dort, wo eine große Menge an schlecht integrierten Muslimen lebt, eine natürliche Basis für Terroristen gibt… Ich sehe bei einer größeren Zahl von muslimischen Flüchtlingen einen Anstieg der Terrorgefahr“. Und schon Anfang 2016 sagte die Regierungschefin: „Ich sehe keine Möglichkeit, dass Flüchtlinge nach Polen kommen“. Man muss den beiden eigentlich Recht geben. Polen gehört zu den wenigen Ländern in Europa, in denen es noch keinen islamistischen Terroranschlag gab, sie kennen das Problem mit der importierten Kriminalität nicht, sie sparen sich viel Geld für die Versorgung, Betreuung und Integration von Asylwerbern und sie bleiben ein katholisches Land. Allerdings fehlen für muslimische Asylwerber bzw. Zuwanderer auch die Anreize, nach Polen zu kommen. Die wenigsten würden dort bleiben.

Da viele Polen mit Öffnung des Arbeitsmarktes nach z. B. Großbritannien gegangen sind, holt sich das Land schon lange die verlorenen Arbeitskräfte aus der Ukraine und auch aus Weißrussland und hat die Regeln für die neuen Gastarbeiter bzw. Zuwanderer jetzt noch erleichtert. Polen hat jetzt eine sogenannte „Karta Polaka“ geschaffen, mit der Arbeitswillige aus dem Osten sofort arbeiten dürfen und gute Chancen auf die polnische Staatsbürgerschaft haben. Eine win- win- Situation also. Polen kommt auf diese Weise zu benötigten Arbeitskräften aus dem gleichen Kulturkreis und die zugezogenen Arbeitskräfte können sich ihr Leben verbessern und haben auch die Möglichkeit, mit der polnischen Staatsbürgerschaft später überall in der EU arbeiten zu dürfen.

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