Wenn in Deutschland von der AfD (Alternative für Deutschland) gesprochen wird, erwarten viele, dass sich zumindest jene mit christlichen Wurzeln sofort bekreuzigen; ist doch die AfD für viele der Inbegriff des Bösen. Jetzt hat sich deren Spitzenkandidat Alexander Gauland auf einer Wahlkampfveranstaltung gegenüber einer SPD- Politikerin mit türkischen Wurzeln und einer etwas eigenwilligen Auffassung der deutschen Kultur gewaltig im Ton vergriffen und gesagt: „… Ladet sie mal ins Eichsfeld ein und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist. Danach kommt sie hier nie wieder her, und wir werden sie dann auch, Gott sei Dank, in Anatolien entsorgen können…“ Gauland hat eingeräumt, dass das gegenüber der Integrationsbeauftragten zu hart war und er sich im Ton vergriffen habe. Die Reaktionen waren jedenfalls gewaltig. Von einer „ganz schlimmen sprachlichen Entgleisung“ über „solche Rassisten“ und „rassistisch“ bis zu „miesen, dreckigen Hetzer“ war von Politikern alles dabei. Der Täter war ja ein AfD- Mann.

Zum Vergleich: Anfang September 2015 im deutschen Fernsehen bei der Sendung „Maischberger“. Da wurde auch über Flüchtlinge diskutiert und die Grünen- Politikerin und Bundestagsabgeordnete Claudia Roth sagte unter anderem: „… Es werden aber auch Menschen kommen, die sind nicht nicht unmittelbar verwertbar…“ Sie sagte tatsächlich „verwertbar“ und nicht „verwendbar“! Der ebenfalls in der Runde anwesende CDU- Mann Bosbach sagte dazu ganz richtig, wenn er den Satz gesagt hätte, wäre am nächsten Tag die Hölle los. War die Hölle los, weil Claudia Roth das sagte? Keineswegs; es empörte sich niemand, kein Politiker beschimpfte sie. Der Sager stammte ja von der liebenswerten Frau Roth von den Grünen. Es regte sich auch 2013 niemand auf, als ein SPD- Politiker twitterte: Wir wollen ja alle die Merkel entsorgen. Aber damals war die politische Korrektheit noch nicht so weit fortgeschritten.

Wenn zwei das Selbe tun, ist es noch lange nicht das Gleiche.

Video zu Roth- Sager:

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