Österreich hat Ausbildungssysteme, um die es von vielen beneidet wird. Oder muss man schon sagen beneidet wurde? Die duale Ausbildung bei der Berufsausbildung z. B., die im Betrieb und in der Berufsschule stattfindet. Oder die anspruchsvolle Ausbildung für Kindergartenpädagogen, Lehrer, Pflegepersonal etc. Da wurde bis jetzt von der Politik voll Stolz auf die hohe Qualifikation hingewiesen. Es scheint aber, als würde diese Ära dem Ende zugehen. In öffentlichen Schulen wird seit Jahren herum experimentiert. Es gibt aber keine Verbesserungen, Österreich sackt im internationalen Vergleich ab und gute Privatschulen haben großen Zulauf. Offensichtlich sind öffentliche Schulen mit der Aufgabe überfordert, Wissen zu vermitteln. Die Polizei soll massiv aufgestockt werden; teils wegen anstehender Pensionierungen, teils wegen dringendem zusätzlichem Bedarf (wie das, wenn angeblich die Kriminalität zurückgeht?). Da wurden die Aufnahmekriterien massiv zurück geschraubt, um überhaupt Nachwuchs rekrutieren zu können. Es ist jedoch Irrsinn, in einem sensiblen Bereich wie bei der Polizei die Latte für die Aufnahme tiefer zu legen, von ursprünglich 900 Punkten auf 400 Punkte. Wenn es so weiter geht, reicht es bald, ein wenig lesen und schreiben zu können. In der Tourismusbranche, in der aus verschiedenen Gründen permanent Personalmangel herrscht, werden anerkannte Asylwerber, also Zuwanderer, zu Hilfskellnern und Hilfsköchen „ausgebildet“. Wahrscheinlich auch noch mit öffentlichen Geldern. Das muss man sich geben: Eine Ausbildung zur Hilfskraft. Im Pflegebereich wird die Bevölkerung von der Politik schon lange schonend darauf vorbereitet, dass der künftige Bedarf an Pflegepersonal durch Migranten abgedeckt werden soll. Es wird wohl ausreichen müssen, wenn sie etwas deutsch können. Auch wenn sie angeblich nur untergeordnete Tätigkeiten ausführen sollen. In vielen Kindergärten mit überwiegend Ausländerkindern lässt man die Kinder der Einfachheit halber gleich in ihrer Muttersprache beaufsichtigen. Von Personal, welches nicht unbedingt eine pädagogische Ausbildung hat.

Das bildungs- und ausbildungsmäßige „Downgrade“ soll in nächster Zeit auch bei Schulen, und zwar bei sogenannten Brennpunkt- Schulen, zum Tragen kommen. Dafür sollen 5000 Quereinsteiger als Lehrer aufgenommen werden. Sie sind zu dem Zeitpunkt aber keine richtigen Lehrer. Ein besser passender Begriff wäre Unterrichter, denn Pädagogen sind sie nicht. Das Niveau an diesen Schulen, fast nur von Ausländerkindern besucht, ist sehr niedrig, jenes des Personals wird dem angepasst sein. Diese Lehrer sollen „berufsbegleitend das benötigte Studium nachholen“. Wer es glaubt, wird selig, heißt es. Aber man schafft Arbeitsplätze, die von der Politik versprochen wurden.

Im Wahlkampf 2013 sagte der Präsident der Wirtschaftskammer, Österreich sei „abgesandelt“und bezog das auf die Wirtschaft. Heute kann man dieselbe Aussage treffen, wenn man sich auf Bildung und Ausbildung bezieht.

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