Die Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien über den „Brexit“ nehmen Fahrt auf. Dieser EU- Austritt der Briten wird ja bei uns offiziell als Katastrophe für die Briten verkauft; ob dem so ist, muss sich aber erst zeigen. Bei diesen Austrittsverhandlungen geht es auch intensiv um Irland, da die Briten mit den Iren eine gute Nachbarschaft verbindet, ein Teil der irischen Insel – nämlich Nordirland – zum Vereinigten Königreich gehört und die Briten deshalb Sonderrechte aushandeln wollen. In Irland werden jetzt Stimmen laut, es doch den Briten nachzumachen und ebenfalls aus der EU auszutreten. Verfechter dieser Idee meinen, die EU stelle für Irland mittlerweile eher ein Hindernis als irgend eine Hilfe dar. Ein Wirtschaftswissenschaftler meinte, die EU sei zu einer Verzerrung jener Vision geworden, die die Pioniere der europäischen Einheit, Robert Schuman und Jean Monnet, hatten und da sei es besser, auszusteigen. Mittlerweile würde es für Irland mehr Nachteile als Vorteile geben. Auch deswegen, weil Irland zu den Nettozahlern, zu denen auch Österreich gehört, aufgestiegen ist. Die größten Handelspartner Irlands sind die USA und Großbritannien und somit wäre es sinnvoller, sich auf diese Länder zu konzentrieren und nicht auf die EU. Auch der Beitritt in die Euro- Zone wird als Irrtum gesehen.Er sei unter der Annahme erfolgt, dass Großbritannien ebenfalls in die Euro- Zone eintreten werde. Ein Professor für Sozialpolitik meint: „Irland ist wahrscheinlich das einzige Land, das den Euro verlassen könnte, ohne eine allgemeine Krise für die Euro- Währung auszulösen“.

Ein irischer Parteipolitiker befürwortet ebenfalls einen Austritt, da der Lebensstandard unter dem EU- Durchschnitt bleibe und die Staatsverschuldung rasant anstieg. Sie beträgt zur Zeit über 200 Milliarden Euro bei 4,7 Millionen Einwohnern; vor 10 Jahren waren es nur 47 Milliarden Euro bei 4,45 Millionen Einwohnern. Dazwischen lag die Finanzkrise, in der die EU das Sagen hatte; vergleichbar mit Portugal oder Griechenland. Der Politiker sagt jedenfalls: „Die britischen Bürger haben sich dafür entschieden zu gehen und ich glaube, dass dies eine großartige Entscheidung war. Es wird nicht das letzte Land sein, das geht…“

Jean Monnet sagte übrigens einmal: „Europas Länder sollten in einen Superstaat überführt werden, ohne dass die Bevölkerung versteht, was geschieht. Dies muß schrittweise geschehen, jeweils unter einem wirtschaftlichen Vorwand“.

So wird es auch gemacht.

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