Zur jetzigen Zeit, in der Wahlplakate präsentiert und viel zu viele davon irgend wohin geklebt werden, passt ein Spruch von Loriot, dem unvergesslichen Humoristen, ganz besonders. Der sagte nämlich einmal: „Der beste Platz für den Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen“. In Zeiten der Gleichberechtigung gilt das selbstverständlich auch für Politikerinnen. Jetzt haben auch die Wahlveranstaltungen Hochsaison. Da werden ja die Politiker nicht müde, alles Mögliche und noch viel mehr Unmögliches zu versprechen. Wer ein über mehrere Legislaturperioden funktionierendes Erinnerungsvermögen hat, der wird sich, ohne sich groß anstrengen zu müssen, an so manches Versprechen erinnern, welches sich nach der Wahl in Luft aufgelöst hat. Da ist man dann doch gewillt, dem Publizisten Hendryk Broder zuzustimmen; der formulierte nämlich ziemlich hart: „Das Verbot von Lügen wäre ein Berufsverbot für Politiker“. Auch Joseph „Joschka“ Fischer der es auf nicht nachvollziehbare Weise vom prügelnden „Ausputzer“ bei linken und linkslinken Demonstrationen zum Außenminister der Bundesrepublik Deutschland brachte, gab einen sehr tiefsinnigen Spruch zum Besten. Er sagte nämlich: „Wenn die Mehrheiten sich verändern, mag es eine andere Koalition geben. Aber es wird keine andere Politik geben. Dazu steht zu viel auf dem Spiel. Das wissen alle Beteiligten“. Wenn man darüber nachdenkt, muss man ihm recht geben und das ist das Erschreckende. Das trifft, speziell in den letzten Jahren, in den Nationalstaaten zu und erst recht in der EU. Irgend welche Vorgaben werden wie auf Schienen durchgezogen, es gibt keine Abweichungen. Wie sagte doch der EU- Kommissionspräsident Juncker? „… bis es kein Zurück mehr gibt“. Und auch: „… Wenn es ernst wird, muss man lügen“. Das dürfte auch schon Konfuzius gewusst haben. Von dem soll ja der Spruch stammen: „Ein Mann, der die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd“. Das Gerede von demokratischen Regeln und politischer Mitbestimmung dient nur der Beruhigung sanfter Gemüter. Da möchte man dann meinen, dass das durch einen Spruch des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer bestätigt wird; der gestand nämlich ein: „Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt und diejenigen die gewählt sind, haben nichts zu entscheiden“. Sehr aufschlussreich, oder nicht? Da passt dann der Spruch von Oscar Wilde haarscharf dazu. Der sagte: „Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie schon längst verboten“. Von den wahlwerbenden Politikern wird häufig das Wort von der „sozialen Gerechtigkeit“ missbraucht um nicht zu sagen vergewaltigt. Dazu sagte vor langer Zeit der Ökonom und Sozialphilosoph Friedrich August von Hajek: „Wahr ist nur,… dass soziale Gerechtigkeit keine Gerechtigkeit, ein sozialer Rechtsstaat kein Rechtsstaat und soziale Demokratie keine Demokratie ist“.

All diese Sprüche stellen den Wählern eigentlich kein besonders gutes Zeugnis aus. Man soll aber die Hoffnung nicht aufgeben, dass die Menschen doch nachzudenken beginnen. Davon ging wohl auch Abraham Lincoln aus, als er sagte: „Es gelingt wohl, alle Menschen einige Zeit und einige Menschen allezeit, aber niemals alle Menschen allezeit zum Narren zu halten“.

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