Der türkis- schwarze Parteichef, Herr Kurz also, erklärte letztens sein Wahlprogramm; wie viele Milliarden die obligaten Steuersenkungen und andere Wahlzuckerl ausmachen und wie das alles finanziert und gegenfinanziert werden soll. Wenn ich mich nicht verhört habe, soll ein Teil davon ganz einfach durch das Wirtschaftswachstum finanziert werden, also durch höhere Steuereinnahmen auf Grund des Wachstums. Diesem Glauben huldigen allerdings auch die Geschenkeverteiler der anderen Parteien. Wirtschaftswachstum also als „Schuldenkiller“. Dafür braucht es mehr Arbeitsplätze. Da aber der Bedarf mit den verfügbaren Arbeitslosen, und das wären eigentlich viele, aus allen möglichen Gründen nicht abgedeckt werden kann, braucht man also andere Leute. Als glückliche Fügung kommen Tag für Tag eine Menge Flüchtlinge nach Österreich, die automatisch Migranten werden und – zumindest theoretisch – irgendwann die für das Wirtschaftswachstum benötigten Arbeitskräfte werden sollen. Dieses Arbeitskräftewachstum dürfte jedoch nicht gestoppt werden und die Wirtschaft müsste permanent wachsen; ein wirtschaftliches Perpetuum mobile also. Aber: Es gibt kein exponentielles, also unbegrenztes bzw. freies Wachstum und das wissen auch die Politiker. Trotzdem wird es versucht und man löst dadurch eine negative Kettenreaktion aus. Mehr Wirtschaftswachstum heißt mehr Menschen im Land. Deswegen gibt es ja Prognosen für Österreich mit etwa 10 Millionen Einwohnern. Da bedeutet aber mehr Wohnungen und Häuser und mehr Infrastruktur usw. Also mehr Umweltbelastung, mehr verbaute und versiegelte Flächen, mehr Ressourcenverbrauch, aber dafür eine schwindende Versorgungssicherheit. Also mehr Probleme. Es heißt aber letztendlich auch mehr Arbeitslose, denn in den Studien anerkannter Institute wird ein massives Wegbrechen von Arbeitsplätzen, bedingt durch zunehmende Automation und den stark steigenden Einsatz von Robotern in fast allen Bereichen, vorhergesagt. Wenn also ein Stück weiter gedacht wird als die bei Politikern üblichen nächsten paar Legislaturperioden, dann ist diese Theorie nicht die Lösung des Problems, sondern das Problem selbst.

Es wird häufig gejubelt, dass Österreich gut dasteht und dass die Wirtschaft floriert. Warum aber werden seit mehr als 50 Jahren in Folge immer neue Schulden gemacht? In dieser Zeit ist die Wirtschaft auch gewachsen und die Schulden sind trotzdem regelrecht explodiert. Dadurch wird das Versagen der Theorie des Wirtschaftswachstums als Schuldenkiller bestätigt. Mit Wirtschaftswachstum alleine sind die Schulden nicht zu tilgen; irgendwer muss aber irgendwann die Zeche bezahlen und „irgendwer“ ist der Staatsbürge(r).

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