Entgegen der letzten Kriminalstatistik, nach der in Österreich die Kriminalität so gut wie in allen Bereichen zurückgeht, schaut die Realität anscheinend doch etwas anders aus. Österreichs Gefängnisse sind seit Jahren überbelegt, der Anteil der Ausländer steigt. Knapp 54 Prozent der insgesamt 8.983 in Österreichs Haftanstalten einsitzenden Menschen sind Ausländer; 2012 waren es noch knapp 47 Prozent. Würde man die Österreicher „mit Migrationshintergrund“ auch dazu rechnen, würde der Wert noch um einige Prozentpunkte zulegen. Bei Untersuchungshäftlingen schaut es noch schlechter aus, da liegt der Anteil der tatverdächtigen Ausländer sogar bei mehr als 70 Prozent. Bei diesen Zahlen darf man aber nicht vergessen, dass die Justiz relativ häufig einen „Ausländerbonus“ gewährt und oft aus unverständlichen Gründen keine U- Haft verhängt wird. Zumindest hat man so den Eindruck. Trotzdem stieg die Zahl der tatverdächtigen Österreicher von 2001 bis 2014 nur um 6 Prozent, die der tatverdächtigen Ausländer im selben Zeitraum hingegen um 90 Prozent.

Dass wegen der überfüllten „Häfen“ und den hohen Kosten für die Häftlinge der Justizminister die Rückführung der Straftäter in ihre Herkunftsländer und „Haft in der Heimat“ forciert, ist aus mehreren Gründen zu befürworten. Da sind einmal die Kosten, die dadurch eingespart werden können und auch die öffentliche Meinung, die da lautet: Warum sollen wir die durchfüttern? Dann kann man auch davon ausgehen, dass in deren Heimatländern die Haft auch wirklich eine Strafe darstellt und man kann hoffentlich auch annehmen, dass diese Leute nie wieder nach Österreich kommen werden. Vielen Opfern von Gewalttaten durch ausländische Täter wird allerdings das Verständnis dafür fehlen, dass eben diese Täter, wenn überhaupt, nur „im Einklang mit Menschenrechtskonventionen“ rückgeführt werden dürfen. Da ist es dann auch ein schwacher Trost, dass laut Justizminister in Hinkunft mehr für den Opferschutz getan werden soll.

Fast zeitgleich mit der Veröffentlichung der Zahlen zu den Gefängnisinsassen in Österreich fand in Linz die 3. HelferInnenkonferenz statt, die unter dem Motto „Gemeinsam für geflüchtete Menschen“ stand. Sie wurde vom Integrations- Landesrat eröffnet. Jede Wette, dass bei dieser Konferenz kein Wort über Straftäter unter den geflüchteten Menschen verloren wurde.

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