Der Wahlkampf in Österreich konzentriert sich jetzt auf Wien. Dass die Politiker von Rot und Grün “ihr” Wien verteidigen und ihre Fehler und ihr Versagen bestreiten, ist zwar nicht besonders ehrenvoll, aber menschlich verständlich. Geht es doch um ihre gut gepolsterten Parlamentariersessel, also um Macht und Geld. Dass die Gegenseite, bestehend aus FPÖ, ÖVP und auch NEOS kein gutes Haar an der rot- grünen Politik in Wien lässt und eine fast endlose Liste an Verfehlungen und neuen und ungelösten alten Problemen präsentiert, ist aus den gleichen Gründen verständlich. Die präsentierte Liste des Versagens hat es aber auch in sich; sie kostet Milliarden an Steuergeldern und sorgt für mehr als hitzige Diskussionen. Diese Diskussionen betreffen zu einem großen Teil die Asylpolitik. Die ist laut einer Umfrage jenes Thema, welches den Österreichern ganz besonders unter den Nägeln brennt und da schaut Rot- Grün nicht gut aus; da kann mit (Eigen-) Lobeshymnen schwer gepunktet werden. Aber es ist alles Ansichtssache. Es ist auch Ansichtssache, über welches Wien da geredet, über welches Wien da gestritten wird. Ist es das Wien der Österreicher, wie es viele in Erinnerung haben oder ist es das “bunte” Wien, welches in vielen Teilen der Stadt kaum mehr den Eindruck einer westeuropäischen Stadt vermittelt? Mit dem eher hilflos anmutenden Slogan, dass Schwarz- Blau nur mit einer Stimme für die SPÖ verhindert werden kann, ist weder ein Blumentopf noch eine Wahl zu gewinnen.
  Und außerdem: Otto von Bismarck sagte einmal: “Es wird nie so viel gelogen wie  vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd”.
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