Wer erinnert sich noch an die Verse und Reime des begnadeten Reimers Wolf Martin? An dessen Verse, die eine Bereicherung der täglichen „Kronen- Zeitung“ waren und schon vor mehr als 20 Jahren den Nerv der heutigen Zeit getroffen haben? Gott sei Dank war damals die Poesie noch nicht so wie heute von „politischer Korrektheit“ eingeengt. So schrieb er z. B. unter dem Titel: Non scolae“:

An uns´ren Schulen geht es ja bald zu wie in den USA.

Man muss sich wohl auch hier gewöhnen

an „multikulturelle“ Szenen,

wie Bandenkriege und dergleichen.

Auch sollte man die Hoffnung streichen,

dass bei dem Zuzug aus der Ferne

das Kind noch gutes Deutsch erlerne.

Doch hat ein Lehrer schon empfohlen:

„Bewaffnet euch mit Gaspistolen“.

Warum soll´s nicht auch sowas geben?

Man lernt ja schließlich für das Leben.

 

Ein auch heute noch topaktuelles Thema reimte er unter „Der Nächste“.

Ja, manchem will´s nicht in den Kopf.
Sie werfen stets in einen Topf
Flüchtlinge, wahre Asylanten und dubioseste Migranten.
Aus welchen Gründen sie auch kämen –
sie alle wären aufzunehmen,
und wer dagegen etwas sagt,
wird flugs als Fremdenfeind verklagt.
Doch weist das Volk zurück mitnichten,
die heute vor dem Kriege flüchten,
die Hilfe kann sich sehen lassen
und niemand wird die Armen hassen.
Doch jener Völkerwand´rung Wogen,
von einem Wahnbild angezogen,
die soviel Übles mit sich schwemmen,
sind – mit Verlaub – wohl einzudämmen.
Drum helft, als Ford´rung des Verstandes,
zuerst den Armen uns´res Landes,
dann jenen, welche flüchten müssen
und letztlich erst kann man beschließen,
den aufzunehmen, der erbötig,
zur Arbeit und auch wirklich nötig.

Und ebenfalls treffend, gerade heute wieder, der „Nichtwähler“:

Politischer Pauschalverneiner,
Nichtwähler also, das ist einer,
der ernst nimmt, was in uns´ren Tagen
Parteien voneinander sagen.

Advertisements