Die Sparbuchzinsen existieren nicht nur in Österreich seit Jahren eigentlich nicht mehr; EZB- Chef Draghi sei „Dank“ und wenn heute eine Bank „interessante“ Zinsen für Spareinlagen verspricht, dann kommt das einer Verhöhnung der Sparer gleich. Der Staat hat aber auch keinen Genierer und langt beim mehr als spärlichen Zinsertrag kräftig zu; er zwickt sich ein großes Stück in Form der KEST, der Kapitalertragssteuer, ab. Trotzdem wird von den meisten Sparern immer noch das Sparbuch bevorzugt. Es wird eben die Sicherheit bevorzugt, obwohl die Kaufkraft des gesparten Geldes wegen der Inflation, die ja höher ist als die Zinsen, sinkt. Allerdings sollte diese Sicherheit nicht überschätzt werden. Die Einlagensicherung durch den Staat gibt es schon lange nicht mehr und die der Banken ist nicht viel wert, deren Töpfe sind ziemlich leer. Deswegen reden die Bankleute auch auf die Sparer ein wie auf ein krankes Ross und wollen ihnen Aktien oder zumindest Anleihen schmackhaft machen; wegen der höheren oder sogar hohen Erträge. Sagen sie. Die Spesen und Gebühren beim Wertpapierhandel wären natürlich hoch willkommen. Sie sagen sogar, dass es natürlich auch zu Rückschlägen kommen kann. Von dem ist auch auszugehen, denn der letzte große Rückschlag liegt immerhin schon etwa 10 Jahre zurück. Da wurden die Aktienmärkte zertrümmert.

Die Nullzinspolitik der EZB unter dem ehemaligen Goldman Sachs- Mann Draghi bringt natürlich nicht nur Vorteile für Kreditnehmer, sondern auch gravierende Probleme, wiederum wegen der niedrigen Zinsen. Nicht nur in Deutschland wird von einer kommenden Altersarmut geschrieben. Die Renten sind niedrig und der angesparte Notgroschen als Altersvorsorge wird „weginflationiert“. Nutznießer ist der Staat, der auf Kosten der Sparer seine Schulden reduzieren kann. Das ist aber überall so. Wo ist übrigens in den letzten 10 Jahren die Staatsverschuldung am meisten gestiegen? Richtig geraten; in den Eurostaaten. Es stößt aber auch die private Pensionsvorsorge an ihre Grenzen. Wegen der Nullzinspolitik können die Lebensversicherer kaum noch Erträge erwirtschaften. In den USA, auch dort gibt es keine Zinsen, stehen einige große Versicherer samt ihren Rückversicherungen am Rande des Bankrotts.

Es gibt also keine Sparzinsen und die angesparten Beträge verlieren an Kaufkraft. Der Staat hat kein Geld und wird „Pensionsreformen“ machen, d. h. die Pensionen werden sinken. Die Lebensversicherer erwirtschaften kaum Erträge und werden ihre Leistungen reduzieren müssen. Und dass die Finanzmärkte früher oder später wieder von einer größeren Korrektur getroffen oder gar von einem Crash erschüttert werden, ist auch gewiss. Dann sind die Wertpapiere auch dran. Und wenn es wieder wo eine Bank „erwischt“, sollen zuerst auch die Aktionäre und Anleihebesitzer der Bank zur Kassa gebeten werden. Wie also anlegen? Guter Rat ist teuer.

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