Durch den Wahlkampf sind in Österreich einige andere Themen aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit verdrängt worden. Da sind z. B. Berichte über die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Italien. Die liegt nämlich seit mehreren Jahren auf einem Wert von über 30 Prozent. Das ist auch der Hauptgrund, dass 2015 etwa 50.000 Italiener unter 40 Jahren, fast die Hälfte davon mit Uni- Abschluss, ausgewandert sind. Arbeitslos sind die jungen Leute hauptsächlich wegen der stagnierenden Wirtschaft. Die Abwanderung bzw. Auswanderung kostet der italienischen Wirtschaft nicht nur etwa 1 Prozent Wachstum pro Jahr, sondern es verschwindet auch Intelligenz aus dem Land und auch das hat langfristig negative Auswirkungen. Die Regierung unter Gentiloni will jetzt gegensteuern. Firmen sollen z. B. mit finanziellen Anreizen stimuliert werden, junge Leute aufzunehmen. Weiters sollen bis zu einer halben Million Staatbedienstete in Frühpension geschickt werden, um Platz zu machen für Junge. Es kommen aber auch radikalere Ideen. Eine Beratungsfirma der Regierung meint z. B., wohlhabende Rentner sollen mit einer Sondersteuer belegt werden, um junge Arbeitslose mit diesem Geld finanzieren zu können.
  Es ging auch unter, dass der Euro und europäische Banken ziemliche Probleme haben dürften. Zwei amerikanische Großbanken bieten aus dem Grund ihren Kunden ein neues Produkt an, mit dem von einem Zusammenbruch europäischer Banken profitiert werden kann. Gerade von einigen italienischen, spanischen und auch französischen Banken hört man, dass sie massive Probleme haben. Diese Probleme des Euro bzw. des Bankwesens sind der Grund, warum die EU- Kommission einen überarbeiteten Vorschlag für eine Vergemeinschaftung der Einlagensicherung vorgelegt hat. Geplant ist, dass Sparer aus einigermaßen “gesunden” Ländern mit ihren Einlagen haften, wenn in “kranken” Ländern die Mittel der nationalen Einlagensicherungssysteme nicht mehr ausreichen. Wenn Regierungen in Ländern wie z. B. Österreich oder Deutschland diesem Plan der EU- Kommission zustimmen, kommt das einem Verrat an den einheimischen Sparern gleich.
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