Die Nationalratswahl ist abgehakt und es gibt fast nur Sieger. Durch die Wahlkarten kann zwar noch einiges verschoben werden, aber es darf schon gejubelt werden. Die ÖVP ist mit Kurz als Hoffnungsträger angetreten (oder ist Kurz mit der ÖVP angetreten?) und die Rechnung ging auf; der erste Platz steht fest. Es darf gefeiert werden. Rot und Blau rittern um den zweiten Platz und es gibt zwei Sieger, egal wie die Reihung letztendlich lautet. Die Roten sind nicht, wie von vielen befürchtet, ins Bodenlose abgestürzt. Es zeigte sich, dass durch die ganzen aufgedeckten Schweinereien im Wahlkampf die SPÖ bei der Wahl nicht abgestraft wurde und das ist eigentlich bedenklich; es ist ein Freibrief für ähnliche widerliche Schlammschlachten bei den nächsten Wahlen. Kern kann sich somit als Sieger fühlen. Allerdings wird er sich um einen neuen Job umschauen müssen, wenn er zu seinem Wort steht und er nicht Kanzler wird. Die Freiheitlichen können ebenfalls feiern, denn ein ansehnliches Plus kann ihnen niemand mehr streitig machen. Die NEOS dürften ebenfalls ein wenig dazu gewonnen haben und auf jedem Fall im Parlament bleiben; also darf gefeiert werden. Eine für viele positive Überraschung lieferte Peter Pilz, er ist vorläufig im Parlament. Im Gegensatz zu den Grünen, die als einzelne Partei den größten Bauchfleck hinlegten und nach der letzten Hochrechnung nicht mehr im Parlament sind. Vielleicht schaffen sie es noch mit den Wahlkarten, aber das Wahl- Wunder der BP- Wahl vom Dezember 2016 wird sich kaum wiederholen. Damals waren ja wie aus heiterem Himmel überdurchschnittlich viele Wahlkarten für die Grünen abgegeben worden.
  Zwei Fakten stechen bei dieser Wahl ins Auge: Die Grünen wurden, egal wie das Endergebnis ausschaut, kräftig abgewatscht. Und die Wiener Roten interessieren die Skandalgeschichten der Roten um das Krankenhaus Nord, Mindestsicherung, Islam- Kindergärten etc. in keiner Weise. Wien ist wirklich anders.
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