Zum Nationalfeiertag gab es neben der schon traditionellen Waffenschau des Bundesheeres, bei der auch ein Black Hawk- Hubschrauber nicht fehlen durfte, (die skandalbehafteten Eurofighter ließ man lieber im Hangar) auch eine Kranzniederlegung samt Abschreiten der Ehrenkompanie durch den Bundespräsidenten. Auch die traditionelle Angelobung von Rekruten ist ein Fixpunkt im Programm. Und natürlich gab es die Ansprache des Bundespräsidenten an die österreichische Bevölkerung, in der er auch die immerwährende Neutralität betonte. Die es aber eigentlich nicht mehr gibt. Er betonte, dass sich die Österreicher positive Veränderungen „erwählt“ haben und auch, dass er darauf achten werde, dass das Wohl Österreichs über Partei- Interessen gestellt werde. Er wiederholte auch seine Klarstellung, dass eine Voraussetzung für die neue Regierung „das unbedingte Bekenntnis zu Europa ist“ und meinte damit wohl die EU. Diese „Klarstellung“ ist aber ein gewisser Widerspruch dazu, dass er auf das Wohl Österreichs achten will, schließt seiner Meinung nach vermutlich jegliche Kritik an der EU aus und ist somit auch nicht unbedingt das, was dem Wählerwillen entspricht. Dessen soll sich UHBP bewusst sein; er ist nicht allmächtig und er hat in seiner Funktion auch nicht die EU zu repräsentieren. Seine Wunschvorstellung und die Realität sind hier nicht unbedingt deckungsgleich.

Anlassbezogen wurden auch Sportler, Politiker, berühmte und bekannte Persönlichkeiten dazu befragt, was sie sich für unser Österreich wünschen . Die geäußerten Wünsche deckten ein breites Spektrum ab. Die Bewältigung großer Herausforderungen wie Arbeitsplätze, Integration, Klimakrise, Digitalisierung etc. hat der Bundespräsident auf seiner Wunschliste. Errungenschaften zu bewahren; das zu bewahren, was Österreich heute ist. Ein selbstbewusstes und erfolgreiches Österreich zu bleiben. Positive Veränderungen für Österreich. Ein menschliches und soziales Österreich. Das sind einige der geäußerten Wünsche. Glühende Bekenntnisse für Österreich allesamt. Begriffe wie „Heimat“ oder „Vaterland“ vernahm man aber selten. Die passen wohl nicht mehr so recht ins heutige Bild.

Zum Schluss möchte ich ich einen Nachsatz zu Willibald Zachs ausgezeichnetem Reim „Zum Nationalfeiertag“ bringen:

„Auch ich seh´ mich als Optimist, auch wenn das manchmal schwierig ist.

Die Politik ist stets dabei, haut dir so manchen Wunsch entzwei“.

Advertisements