Bei den ganzen Diskussionen zum Weltspartag, zu den Nullzinsen und zu den immer mehr angepriesenen Wertpapieren wird sich so mancher Sparer auch an die Finanz- und Bankenkrise ab 2007 erinnert haben, die viele Anleger um ihr investiertes Geld brachte, den Steuerzahlern und Sparern unzählige Milliarden für diverse Rettungen und den Sparern zusätzlich seither ebenfalls viele Milliarden an entgangenen Zinsen kostete. Als Verursacher und Auslöser der globalen Krise wurde eine Immobilienkrise in den USA geortet, aber auch irrwitzige bis wahnsinnige Geschäftspraktiken sogenannter Investmentbanken. Seither wurde in der EU immer wieder für Großbanken eine Trennung des Investmentbereiches vom traditionellen Kundengeschäft gefordert. Diese sinnvolle Forderung einer strikten Trennung der spekulativen Geschäfte von den herkömmlichen Bankgeschäften hätte den Sparern bei Insolvenz des Investmentbereiches verschont. Es wäre die Investmentbank pleite gegangen; die Aktionäre und Anleihehalter hätten ihr Geld verloren und vielleicht hätte man Banker auch einmal vor Gericht gestellt, wie es Island vormachte.

Um diese Pläne ist es immer ruhiger geworden, bis man gar nichts mehr davon hörte. Jetzt hat die EU- Kommission diese Pläne ganz offiziell aufgegeben. Eine Sprecherin der EU- Kommission sagte dazu, dass es „keine zu erwartende Einigung“ bei diesen Plänen geben werde, weil neue finanzpolitische Regulierungsvorschriften in anderen Bereichen das Vorhaben nicht mehr nötig erscheinen ließen. Außerdem, so wurde gesagt, sei eine Stärkung der Finanzstabilität durch andere regulatorische Maßnahmen im Finanzsektor erreicht worden und es seien auch die Handelsaktivitäten der Großbanken heute kleiner als vor der letzten Krise. Genau genommen ist aber das Gegenteil der Fall. Mit dem Standardsatz : „Too Big To Fail“ wurden entgegen den Gesetzen zur Bankenabwicklung schon wieder Banken vom Staat, also vom Steuerzahler, gerettet oder es wurden auch Sparer „zur Ader gelassen“. So passiert in Spanien und Italien. Außerdem hat sich der Umfang von Derivaten und anderer „hochgiftiger Papiere“ weltweit seit der Krise massiv erhöht. Ein Finanzportal spricht bei der unverantwortlichen Größenordnung der Derivate von „finanziellen Massenvernichtungswaffen“. Für Derivate gibt es ja keinen Gegenwert wie z. B. Anteile an einem Unternehmen. Es sind reine Spekulationsobjekte für hemmungslose Zocker. Zur Verdeutlichung: Das BIP Deutschlands betrug 2016 etwa 3,14 Billionen Euro; die Deutsche Bank alleine hat laut einer Statistik Derivate und ähnliche Giftpapiere von mehr als 50 Billionen Euro in den Büchern. Eine andere Statistik schreibt sogar von einer Größenordnung von 75 Billionen Dollar.

Eine Trennung der spekulativen von den traditionellen Bankgeschäften hätte also Sinn gemacht. Bei der EU- Kommission haben sich aber die Großbanken mit ihren Interessen durchgesetzt und die Idee der Trennung wurde zu Grabe getragen. Das fröhliche Zocken kann weitergehen, der Steuerzahler haftet auch beim nächsten Crash.

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