Der Weltspartag ist vorbei; jener Tag, an dem rundum über Geld und Zinsen und Sparen gesprochen wurde. Nicht alle haben an dem Tag Grund zur Freude, der Staat aber schon. Von Deutschland z. B. wird berichtet, dass sich wegen der Niedrig- bzw. Nullzinspolitik der Staat bei den Zinsen für seine Schulden in Höhe von 1,3 Billionen (ohne Schulden der Länder) von 2014 bis 2020 bei Beibehaltung der jetzigen Zinspolitik insgesamt 109 Milliarden spart. Ein anderer Bericht sagt zu Deutschland, dass, bei einer Ausgangsbasis des Zinssatzes von 2007, bei der Gesamtverschuldung von Bund und Ländern in Höhe von etwa 2 Billionen sogar 240 Milliarden von 2008 bis 2016 eingespart wurden. Auf Österreich kann man in dem Fall den sonst üblichen „Umrechnungsfaktor“ von 10: 1 nicht anwenden, da Österreichs Verschuldung prozentuell zum BIP wesentlich höher ist als in Deutschland. Setzt man der deutschen Gesamtverschuldung (Bund und Länder) von etwa 2 Billionen die österreichischen von etwa 300 Milliarden entgegen, käme man laut deutschem Rechenbeispiel in Österreich für den Zeitraum 2008 bis 2016 auf eine Ersparnis von etwa 34 Milliarden. Bei den Schulden des Staates ohne Bundesländer (Deutschland ungefähr 1,3 Billionen, Österreich ungefähr 265 Milliarden), käme man von 2014 bis 2020 anteilsmäßig in Österreich auf eine Einsparung bei den Zinsen in Höhe von etwa 21 Milliarden. Eine gewaltige Summe! Ja, das nennt man sparen.

Dass diese Ersparnis genau genommen den Sparern weggenommen wurde und weiterhin weggenommen wird, sagt natürlich niemand. Diese Zahlen zeigen aber auch, dass die hoch bzw. sehr hoch verschuldeten Staaten wie Österreich nichts unternehmen werden, um die EZB von einer notwendigen Trendwende bei den Zinsen zu überzeugen; im Gegenteil. Wären nämlich für Staatsanleihen plötzlich wieder z. B. 4 Prozent Zinsen zu zahlen, hätten die Regierungen massive Probleme. Dass es Geldprobleme gibt, zeigt ja der plötzliche und absolut ungewöhnliche Sparwille der Regierung. Dass das Geld des Sparers wegen Nullzinsen und Inflation dahin schmilzt, lässt die Regierung aber kalt. Damit hat man sich eben abzufinden. Allerdings ist das mit ein Grund für eine zunehmende Altersarmut, mit der sich auch eine OECD- Studie befasst. Darin heißt es: „… Gerade für all jene, die nach 1960 geboren sind, gerät das Alter demnach zur Herausforderung…“ Da das Rentenniveau wegen schwindender Beitragszahler nicht zu halten sein wird, die Lebenshaltungskosten aber weiterhin ansteigen, werden Ersparnisse eine immer größere Rolle spielen. Schrumpfen die aber, tut sich ein gefährliches Loch auf. Mit diesem Problem werden hauptsächlich Niedrigverdiener konfrontiert werden und deren Zahl nimmt zu.

Wie lautet doch die Abwandlung eines bekannten Spruches: „Spare in der Not; da hast du Zeit dazu“.

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