Die momentan letzten Kapitel um die Unabhängigkeit Kataloniens sind, dass diese vom spanischen Verfassungsgericht für nichtig erklärt wurde, dass die spanische Polizei das Hauptquartier der katalanischen Polizei gestürmt hat, dass die spanische Justiz gegen den von Madrider Regierung abgesetzten katalanischen Regionalpräsidenten Puigdemont eine Anklage wegen Rebellion erhoben hat; Puigdemont ist wegen einer drohenden Haftstrafe von bis zu 30 Jahren nach Belgien ausgereist, will aber nicht um Asyl ansuchen. Der spanische Ministerpräsident Rajoy hat die Regierungsgeschäfte und die Verwaltung in Katalonien übernommen, das Parlament aufgelöst und die Regionalregierung abgesetzt.

Einer der oft zitierten Werte der EU, nämlich das Selbstbestimmungsrecht, ist in Katalonien nicht einmal das Papier wert, auf dem es geschrieben steht. Dabei sind drei Grundvoraussetzungen für einen Staat, nämlich Staatsgebiet, Staatsvolk und Staatsgewalt zweifelsfrei gegeben. Die EU kann aber die Unabhängigkeit Kataloniens nicht hinnehmen, denn dann würde es diese EU zerreißen; sie würde zerfallen. Viele Regionen streben nämlich ebenfalls nach Unabhängigkeit und Selbständigkeit und eine geglückte Selbständigkeit Kataloniens hätte Vorbildwirkung und wäre der Auslöser für eine ganze Welle von Sezessionen . Auf „Geopolitical Futures“ wird in einem schon älteren Artikel unter dem Titel: „Areas with Strong Nationalist Tendencies“ eine Karte Europas mit den nach Selbständigkeit strebenden Regionen gezeigt. Das sind z. B. Schottland, Katalonien, Flandern, Wallonien, Korsika, das Baskenland, Nordirland, Republica Srbska, Südtirol, Mähren usw. Eine Horrorvorstellung für Brüssel. „GF“ schreibt dazu, Nationalismus sei Teil der Zersplitterung Europas und ein Teil der Krise der EU.

Areas with… :

Advertisements