Seit längerer Zeit schon hören wir zu den Arbeitslosenzahlen in Österreich vom AMS- Chef höchstpersönlich oder auch ganz einfach über die Medien nur mehr positive Meldungen; die Arbeitslosenzahlen gehen zurück. Ist doch super, wenn das so ist. Ja, man hört allenthalben von sehr guten Wirtschaftsdaten, von einer brummenden Wirtschaft. Jetzt hat aber dieses wunderbare Bild einen argen Kratzer abbekommen. Im Zuge der Regierungsverhandlungen zwischen ÖVP und FPÖ kam zutage, dass bei den Arbeitslosenzahlen der Asylberechtigten der Wurm drinnen ist. Mit Taschenspielertricks wurden bei dieser Personengruppe allem Anschein nach tausende Fälle aus der Arbeitslosenstatistik herausgehalten und nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch Teile der Politik hinters Licht geführt. Ja, man könnte sagen, sie wurde(n) für blöd verkauft. Das AMS (und eventuell einige Parteien) wollte(n) das Bild einer heilen Arbeitswelt bei den Asylberechtigten erwecken; man wollte um jeden Preis zeigen, wie super doch die Integration in den Arbeitsmarkt funktioniert. Wenn man bedenkt, dass erst vor gut zwei Wochen die Nationalratswahl stattfand, eröffnet sich für diese Trickserei noch eine ganz andere Blickrichtung. Man könnte jetzt sagen: Ganz gelogen wurde ja nicht, denn diese Menschen haben in Österreich noch nie gearbeitet und sie sind demnach ja nicht arbeitslos. Sie sind höchstens auf Arbeitssuche. Da diese vom System nicht erfasste Menschengruppe jedoch gar nicht oder kaum deutsch kann, bzw. teilweise zu den Analphabeten zählt, ist eine erfolgreiche Arbeitssuche aber nicht mehr als ein frommer Wunsch. Diese Gruppe wird wohl eher Stammgast in der Statistik über Mindestsicherungsbezieher. Diese ernüchternde Tatsache ist mittlerweile auch vielen „Wir- schaffen- das“- Sagern in Deutschland bewusst. Der Geschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes sagte zu den Jobchancen von Flüchtlingen: „… Dieses positive Zeichen ist jedoch kein Anlass, in den Anstrengungen nachzulassen und in den Irrglauben zu verfallen, dass mittelfristig die große Zahl der nach Deutschland Geflüchteten in Arbeit gelangen werden“.

Den offiziellen Stellen in Österreich ist also die hohe Arbeitslosigkeit unter den Asylberechtigten so peinlich, dass sie mit schäbigen Tricks die Zahlen manipulieren. Wer garantiert, dass nicht mit ähnlichen schäbigen Tricks auch anderswo manipuliert wird; bei den Gesamtkosten für Asylwerber und Asylberechtigte etwa? Da wird ja auch immer nur von der Grundversorgung und der bedarfsorientierten Mindestsicherung gesprochen. Was ist da mit den Kosten für das ganze Drumherum, wie die immensen Kosten für die medizinische Rundumversorgung, diverse Beratungsstellen, Dolmetscher, Zuschüsse, Unterstützungen, Befreiungen etc. etc? Ist da die Wahrheit den offiziellen Stellen etwa auch peinlich?

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