Ein Thema beherrscht momentan die internationalen wie auch die nationalen Medien: Sexuelle Belästigungen und Übergriffe gegen Frauen. Fast scheint es, als soll zum letzten Gefecht bei einem globalen Großangriff auf die Männerwelt aufgerufen werden; gegen eine minderwertige und charakterlose Spezie. Ja, es gab schon immer berechtigte Vorwürfe und Klagen gegen Männer wegen ihres Verhaltens Frauen gegenüber. Was aber jetzt abläuft, ist logisch schwer zu verstehen. Da werden Fälle ans Licht der Öffentlichkeit gebracht, die zum Teil Jahrzehnte zurückliegen und hauptsächlich haben sich diese bekannt gemachten Fälle im Umfeld der Schauspielerei zugetragen; so wird es behauptet. Warum erst heute, warum gerade in dieser Branche? Warum kein energischer Griff nach der grapschenden Hand, warum keine Ohrfeige? Nein, es wurden die Früchte des männlichen Fehlverhaltens nicht nur hingenommen; sie wurden in vielen Fällen wahrscheinlich erwartet. Die Früchte in Form von Karriere und Aufstieg. Und heute, nach einer mehr oder weniger erfolgreichen Karriere, geht man an die Öffentlichkeit und zeigt Empörung. Die Vorgangsweise ist politisch korrekt, aber ist sie auch moralisch in Ordnung? Eine bekannte österreichische Schauspielerin sagte zu dem heiklen Thema, sie würde sich schämen, „damit hausieren zu gehen“. Dazu kann ich nur sagen:Bravo!

Dass man in vielen Bereichen die heutige Zeit nicht vergleichen kann mit jener vor 20 oder 30 oder 40 Jahren, wollen gerade die Jungen nicht wahrhaben. Das ist keine Entschuldigung, aber es ist so. Es hat aber jetzt speziell in der Schauspielerei, aber auch in der Politik das Köpferollen begonnen wegen mehr oder weniger lang zurückliegender Vorfälle. Die Männer entschuldigen sich für eingestandene Fehler oder auch solche, an die sie sich nicht erinnern, vielleicht auch nicht erinnern wollen. Aber sie sind erledigt. Ob bei den Frauen der Wunsch nach Gerechtigkeit oder Rache im Vordergrund steht, wird man nie erfahren. Auffällig ist aber die Zwiespältigkeit, wie die sogenannte „politische Korrektheit“ in den Medien, der Politik, der Justiz das Thema behandelt und an das Thema herangeht. In der eigenen Gesellschaft wird gnadenlos geurteilt; auch ohne Richterspruch. Fremden Gesellschaften gegenüber ist man auch bei uns wesentlich großzügiger. Als vor zwei Jahren einer der Chefredakteure der größten österreichischen Tageszeitung in einem Artikel von „jungen, testosterongesteuerten Syrern, die sich äußerst aggressive sexuelle Übergriffe leisten“ sprach, musste er seinen Hut nehmen. Er hatte ein Tabu gebrochen und darüber die Wahrheit geschrieben. In der berüchtigten Silvesternacht 2015, die auch vor Österreich nicht Halt machte, wurde ganz besonders in Köln versucht, die massenhaften sexuellen Übergriffe von Asylwerbern und Flüchtlingen zu vertuschen. Die „politische Korrektheit“ wollte das Bild der verfolgten, armen, traumatisierten Flüchtlinge nicht beschädigt sehen. Dafür nahm man massenhaft Übergriffe in Kauf. Worauf diese widersprüchliche Einstufung zurückzuführen ist, ist rational nicht erklärbar.

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