Aus dem arabischen Raum kommen viele Meldungen. Nicht nur aus Saudi- Arabien, aber auch dort tut sich was. Dass man den Frauen plötzlich das Auto fahren nicht mehr verbietet, ist ja schon bekannt. Jetzt hat aber der Saudi- König ein Anti- Korruptionskomitee mit allen Vollmachten unter der Leitung von Kronprinz Mohammed bin Salman eingesetzt, der sofort die Verhaftung von Prinzen, amtierenden und ehemaligen Ministern, TV- Chefs und anderen Persönlichkeiten anordnete. Das Komitee hat nicht nur das Recht, Verhaftungen vorzunehmen, sondern es darf auch Reiseeinschränkungen verhängen und private Vermögen beschlagnahmen. Was da jetzt abläuft, ist eine große Säuberungsaktion. Der König will wahrscheinlich alte Platzhirsche weg haben und durch junge, weltoffene Leute ersetzen lassen. Außerdem soll der Ruf eines korrupten Feudalsystems beseitigt werden.

Im Libanon, wo der politisch motivierte Mord Tradition hat, ist der Ministerpräsident überraschend zurückgetreten. Er habe Angst, so wie sein Vater ermordet zu werden und er spüre, dass eine Verschwörung läuft, die auf sein Leben abzielt, sagte er. Der Libanon ist gespalten zwischen Anhängern der Saudis und der USA und Anhängern von Syrien und dem Iran und da geht es auch um die Einstellung zum IS und anderen Gruppierungen, die sich im libanesischen Grenzbereich bewegen. Israel fliegt zum wiederholten Male Kampfeinsätze gegen Stellungen der syrischen Armee und bombardiert deren Einrichtungen, während sich aus den Kampfgebieten abgesetzte IS- Kommandeure samt Teilen ihrer Einheiten in Richtung der von Israel besetzten, zu Syrien gehörigen Golanhöhen zurückziehen, um sich dort neu zu formieren. In Syrien selbst zieht sich die Schlinge um den IS immer enger zu. Die Syrer und Russen fügen ihm eine Niederlage nach der anderen zu, schneiden ihm auch den Zugang zu Ölfeldern ab. Währenddessen werden den USA Kriegsverbrechen in Syrien vorgeworfen. Der Vorwurf lautet, dass in der Nähe eines illegalen US- Militärstützpunktes in Syrien nahe der Grenze zu Jordanien bei einem Gefecht viele syrische Flüchtlinge getötet und verletzt wurden. Die USA weisen die Vorwürfe zurück. Die seit 2015 von den Saudis und ihren zahlreichen Verbündeten, darunter NATO- Staaten und auch die USA, bombardierten Houthis im Jemen haben es gewagt, eine Rakete gegen die saudische Hauptstadt Riad zu starten. Nachdem Riad erklärte, das sei ein „Kriegsakt“ des Iran, führt Israel jetzt mit den Luftwaffen von neun anderen Staaten, darunter NATO- Ländern, die „größte militärische Luftübung der Geschichte“ des Staates Israel durch. Da könnte ein echter Angriff auf den Iran geübt werden. Die irakischen Kurden, die im Kampf gegen den IS ihren westlichen Freunden geholfen haben, werden von diesen bei ihren Bemühungen um die (zugesagte) Selbständigkeit im Stich gelassen und sind jetzt die Dummen.

Ja, im arabischen Raum tut sich wirklich was.

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