Vor ein paar Tagen gab es eine vermeintliche Sensation; mit Trommelwirbel wurde die Veröffentlichung der „Paradise Papers“ bekannt gegeben. Eine Weltsensation sollte es sein, aber dann dämmerte es: Das kennen wir doch schon! Eine riesige Menge geheimer „geleakter“ Daten (die, ganz banal gesagt, irgend jemand gestohlen hat. Ob man das in diesem oder ähnlich gelagerten Fällen positiv oder negativ sieht, ist wieder was anderes) wurde an eine Zeitung übergeben und dann machten sich eine Heerschar von Journalisten und Organisationen an die Arbeit, die Daten auszuwerten. Es geht bei diesen Datenmassen um Steuerparadiese, Steueroptimierer, Steuervermeider, wahrscheinlich auch um Steuerbetrüger und vielleicht sogar um Finanzbetrüger. Da geht es um große und bekannte Unternehmen, um Reiche und Superreiche, um Berühmte und weniger berühmte, um Wirtschaftsleute und Politiker. Spätestens jetzt fällt der Groschen: Ach ja, da war doch was. Das kennen wir doch schon. Das waren die „Panama Papers“, wenn ich mich recht erinnere. Ist noch gar nicht so lange her. Die wurden genau so mit einem Trommelwirbel angekündigt. Da ging es genau so um Steuerparadiese, Steueroptimierer, Steuervermeider und um wahrscheinliche Steuerbetrüger. Namen und Firmen wurden genannt und des Langen und des Breiten wurde ein Fall aus dem Umfeld des russischen Präsidenten hochgespielt.Ob es die Anwaltskanzlei auf Panama noch gibt, die eine zentrale Rolle spielte, weiß ich nicht. Allgemein bekannt ist nur, dass die Veröffentlichung der „Panama Papers“ kaum Folgen hatte. Steueroasen gab es weiterhin und Steuersparer ebenfalls und auch Putin ist noch an der Macht.

Mit den „Paradise Papers“ wird es nicht anders sein. Es wurden jetzt große Namen genannt wie z. B. jener der britischen Königin oder des US- Handelsministers, es wurde wieder über das Umfeld von Putin gesprochen und es wird die Steuerparadiese wie z. B. Hongkong oder Singapur in Asien oder den Bundesstaat Delaware in den USA oder die sich im Besitz der britischen Krone befindlichen Kanalinseln in Europa oder paradiesische Inseln in der Karibik weiter geben. Einige Leute in Österreich hegen allerdings die Hoffnung, dass in der Uralt- Geschichte um die BAWAG und deren verschwundene Gelder jetzt was aufgeklärt werden könnte. Ansonsten wird sich nicht viel ändern und man hat wieder einmal das Gefühl, dass die globale Politik nichts ändern will oder, noch schlimmer, nichts ändern kann.

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