Schon vor ein paar Monaten wurden einige Leute wegen einer so eher nebenbei gebrachten Meldung hellhörig. Da wurde nämlich vermeldet, dass dank der Stresstests und anderer Maßnahmen in der Bankenwelt der Eurozone alles in bester Ordnung sei; Draghi sei Dank. Aber irgendwie klang das nicht so recht glaubwürdig, denn die EU- Staaten sollen schon längere Zeit über ein EU- weites Sperren von Konten im Falle eines drohenden Ansturms von Sparern auf Banken zwecks Bargeldabhebungen beraten haben. Auf Banken, die in Schwierigkeiten stecken. Es ging also um Maßnahmen, einen „Bank- Run“ zu verhindern. Geplant wurden fünf Werktage. In der Praxis heißt das ein Wochenende, dann fünf Werktage und nochmals ein Wochenende und für „außergewöhnliche Umstände“ wurden 20 Tage veranschlagt. In diesem Zeitraum soll also verhindert werden, dass Sparer Geld abheben können, welches sie der Bank anvertraut haben. Diese Maßnahmen, mit denen das Abheben von Bargeld verhindert werden soll, zeigt das größte Problem der Finanzwelt auf: Nicht einmal 10 Prozent des gesamten Geldes im Euro- Raum (aber auch anderswo) ist Bargeld, der Rest ist Buchgeld, Giralgeld, „geschöpftes Geld“. Wenn es drauf ankommt, gibt es für Geld etwas zu kaufen, nicht aber für einen Konto- oder Depotauszug.

Jetzt stellt sich die Frage, ob denn was Großes auf uns zukommt, denn das Verhindern von massenhaften Bargeldabhebungen ist wieder ein Thema. Das Verhindern von „Bank- Runs“ alleine ist der Bankenabwicklungsbehörde aber zu wenig. Die will, dass für einen begrenzten Zeitraum auch alle anderen „Schulden“ der Geldinstitute geschützt werden. Es soll also alles „eingefroren“ werden, was auf einer Bank liegt. Sparkonten, Girokonten, Wertpapiere, wahrscheinlich auch der Inhalt von Schließfächern, etc. Wenn eine Bank in Schieflage ist, soll sie geschützt werden. Als Zeitrahmen kommt wieder der alte Plan mit 5 bis 20 Tagen ins Spiel.

Dass die EU über den Schutz der Banken nachdenkt, darf eigentlich nicht verwundern. In der Eurozone gibt es nämlich immer noch rund 800 Milliarden (ja, Milliarden!) an Krediten, die als ausfallgefährdet angesehen werden. Dabei wurde das Ausfallrisiko in den letzten Jahren um etwa 200 Milliarden gesenkt; das Risiko einer Bankpleite hat sich aber für einige Banken erhöht.

Zum Vergleich: Österreichs Staatsschulden, und die sind sehr hoch, betragen zur Zeit etwa 290 Milliarden.

Dazu ein älterer Artikel von mir:

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