Dass an Österreichs Schulen und mit Österreichs Schülern was nicht stimmt, gehört schon lange zum Allgemeinwissen, wird durch PISA- Tests belegt und trotzdem von den für die Schulbildung Zuständigen bestritten und mit Ausflüchten schön zu reden versucht. Diese Situation wird auch nicht verbessert durch zusätzliche Abermillionen an Steuergeldern, die ins Schulwesen gebuttert werden oder durch unzählige Schulversuche und auch nicht durch Zweit- oder Drittlehrer in einer Klasse. Das Grundübel ist die Gleichmacherei in den meisten Schulen; es darf kein Kind „benachteiligt“ werden. Das heißt auf gut Deutsch, dass die schlechtesten Schüler das Tempo und das Niveau vorgeben und die Schlechtesten sind meist, ob es die Politik hören will oder nicht, die Schüler ohne Deutschkenntnisse. Viele Lehrer trauen sich aber schon lange nicht mehr, schlechte Schüler eine Klasse wiederholen zu lassen; das wäre politisch äußerst unkorrekt und womöglich diskriminierend.

Dass diese Mängel und Schwächen der Schüler mit Abschluss der Schule, sofern der geschafft wird, sich nicht einfach so in Luft auflösen, ist eigentlich naheliegend. Während die eher miserablen Schulleistungen generell aber schon lange bekannt sind, war von nächsten Schritt zur Karriere, der Lehre, in der Richtung offiziell fast nichts zu hören. Es wurde nur der massive Lehrlingsmangel beklagt. Von Betrieben konnte man inoffiziell aber schon lange Klagen über das Niveau der Lehrlinge hören. Jetzt haben sich auch der ORF und Zeitungen zu dem Thema zu Wort gemeldet. 20 bis 25 Prozent der Lehrlinge schaffen die Abschlussprüfung nicht und ein Teil der Durchgefallenen tritt ein zweites Mal gar nicht mehr zur Prüfung an. Das Problem ist ja nicht neu, aber jetzt kommt es an die Öffentlichkeit. Die Unternehmen beklagen ein gesunkenes Niveau der Stellenbewerber. Es geht dabei um Basiswissen wie Rechnen, Lesen, Schreiben und Englisch. Ja, was haben die eigentlich in der Schule gelernt?

Während Politik und Wirtschaft eine intensivere Ausbildung fordern, um in der Berufswelt nicht nur von morgen, sondern auch schon von heute bestehen zu können, sinkt das Niveau unseres Facharbeiter- Nachwuchses. Das kann nicht gut gehen.

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