Eigentlich dachte ich, das Thema „metoo“ über sexuelle Übergriffe sei ausgelutscht und erledigt; hatte es doch weltweit genug Wellen geschlagen und wurde es mittlerweile auch ruhiger zu dem Thema. Dabei hat sich jetzt gezeigt, dass ich mit meiner Annahme weit daneben lag. Jetzt ist plötzlich der mächtige Österreichische Skiverband, der ÖSV, voll in die Affäre involviert. Eine Ex- Skirennläuferin ging jetzt an die Öffentlichkeit und zeigte auf, dass sie vor mehr als 40 Jahren im ÖSV- Team Schlimmes erleiden musste. Die – wahrscheinlich erwartete – Unterstützung ebenfalls längst abgetretener Skirennläuferinnen hält sich aber sehr in Grenzen um nicht zu sagen sie existiert nicht. Auch Ex- Skirennläufern wie Klammer oder Hinterseer ist von solchen Vorfällen nichts bekannt oder haben dazu nichts zu sagen. Auch der ZIB 2- Auftritt des Opfers sexueller Gewalt im ÖSV- Team war nicht gerade berauschend. Mannschaften verwechselt, Jahreszahlen verwechselt, keine Namen genannt.

In der Rechtsprechung gibt es Verjährungsfristen. Nach dieser Frist können viele Delikte nicht mehr verfolgt werden. Bei „metoo“ und ähnlichen Sachen ist das anders. Da können, so wie z. B. jetzt beim ÖSV, ganze Teams und schon fast ganze Rennläufergenerationen pauschal verdächtigt und angepatzt werden; es werden ja keine Namen genannt und deswegen stehen alle unter Verdacht. Das ist Rufmord, das sind öffentliche Verurteilungen ohne Verfahren, das grenzt schon an Sippenhaftung. Plötzlich kann nämlich gefragt werden: War damals nicht dein Onkel, dein Bruder, dein Vater etc. auch dabei?

Es hat aber nicht nur den ÖSV ganz unerwartet „erwischt“, es gibt auch international einen weiteren prominenten Fall. Der amerikanische Ex- Präsident Bill Clinton wurde von der Vergangenheit eingeholt. Im Gegensatz zum österreichischen ÖSV- Fall wurde aber sein Name als mutmaßlicher Täter genannt. Es geht da um Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs an Teenagern nach seiner Zeit als US- Präsident. Bin übrigens gespannt, ob über Clintons Aktivitäten beim Life- Ball in Wien auch einmal was zu hören sein wird.

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