Unsere Anpassung macht Fortschritte, das merkt man nicht nur, aber ganz besonders in der Advent- bzw. Vorweihnachtszeit. Es soll, hauptsächlich in den „aufgeschlossenen “ Städten, keinen Nikolaus mehr geben, der womöglich sogar in Begleitung des bösen Krampus die Kinder beschenkt. Vom bösen Krampus könnten die armen Kleinen ja traumatisiert werden. Beim Besuch von „in“ gewordenen Perchtenläufen oder ein paar Wochen vorher bei den Horrormasken von Halloween ist das natürlich nicht zu befürchten. Der Nikolaus wird also gegen den Weihnachtsmann ausgetauscht. Der ist wesentlich religionsneutraler und als Werbefigur für Weihnachtseinkäufe viel interessanter, kann er doch über Wochen eingesetzt werden und sein markantes „Ho- Ho- Ho“ prägt sich auch in ein unterentwickeltes Gehirn ein. Viele moderne Zeitgeister empfinden den Weihnachtsmann aber auch schon als zu wenig angepasst, deswegen taucht vermehrt der Begriff „Zipfelmützenmann“ auf. Da kann man sicher keine Querverbindung mehr zum christlichen Weihnachten finden. Vermutlich aus dem gleichen Grund werden mittlerweile auch Weihnachtskränze an den Türen („Schmuck zur Jahreszeit“), wie z. B. im Wiener Gemeindebau, verboten. Die Geschäftswelt will natürlich um jeden Preis das Weihnachtsgeschäft, es soll „Kohle gemacht“ werden. Aber auf tolerante und politisch korrekte Weise und ein Teil des Preises dafür ist der Verzicht auf den christlich geprägten Hintergrund des Weihnachtsfestes. Dafür dröhnt man uns auch über Wochen auf Schritt und Tritt mit „Jingle Bells“ und ähnlichen Liedern voll, bis uns das Schmalz aus den Ohren rinnt.

Die Anpassung geht aber noch weiter. Statt Christkindl-, Advent- oder Weihnachtsmarkt kommt immer mehr der Wintermarkt und man versucht auch schon vereinzelt, nur mehr alkoholfreien Punsch oder andere alkoholfreien Warmgetränke anzubieten; wegen der Toleranz. Auch Glückwunschkarten mit Weihnachtsmotiven sucht man in vielen Geschäften schon vergeblich; sie wurden ebenfalls der politisch korrekten Haltung und der Toleranz geopfert. Auch das bei Kindern beliebte Martinsfest mit Laternenumzug wird heute, sofern überhaupt noch abgehalten, zunehmend als wertneutrales „Lichterfest“ begangen. Vielleicht fürchtet jemand, die singenden Kinder mit womöglich an Holzstäben befestigten Laternen könnten falsch gedeutet und als gewaltbereite, grölende Demonstranten mit Schlagstöcken und Brandsätzen gesehen werden. Die sich im Schutz der Dunkelheit an nichtsahnende Bürger heranmachen. Aber makabren Scherz beiseite; dieses Anbiedern an irgendwelche abstrakten politischen Korrektheiten ist nur noch peinlich. eigentlich sollten wir schon noch so viel Rückgrat haben, unseren Gästen zu zeigen: Seht her, das ist ein Teil unserer Tradition, ein Teil unseres Lebens. Dazu stehen wir“.

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