Martin Schulz kann unbestreitbar eine interessante und abwechslungsreiche Laufbahn vorweisen; sie würde auch ausreichend Stoff für eine billige Seifenoper liefern. Wenn man nur in die jüngere Vergangenheit zurückblendet: Auf unergründliche Art und Weise zum EU- Parlamentspräsidenten hochgehoben worden, wo er unbedingt auf seinen Sessel kleben bleiben wollte. Kein Wunder; war ja für ihn mit dem ganzen Drumherum ein sehr lukratives Geschäft. Nach seiner Ablösung durch das EVP- Mitglied Antonio Tajani wechselte er in die deutsche Bundespolitik und wurde als „Mr. 100 Prozent“ zum Parteichef und Kanzlerkandidaten gekürt. Bei der Bundestagswahl fuhr die SPD unter Martin Schulz das schlechteste Ergebnis in der Nachkriegsgeschichte ein und er verkündete, mit der SPD in die Opposition zu gehen. Jetzt legte er eine Kehrtwende hin und erklärte sich bereit zu Koalitionsverhandlungen mit den Unionsparteien unter Merkel. Damit wird die SPD noch weiter ruiniert werden.

Jetzt hat Schulz auf dem Parteitag in Berlin wieder einmal nicht nur die roten Genossen verblüfft, sondern ganz Europa, denn seine Ankündigungen werden die Runde machen. Er sagte nämlich: „Ich will, dass es einen europäischen Verfassungsvertrag gibt, der ein föderales Europa schafft. Ein Europa, das keine Bedrohung für seine Mitgliedsstaaten ist, sondern ihre sinnvolle Ergänzung“. Der werte Herr Schulz will bis 2025 die EU in ihrer heutigen Form umwandeln in die Vereinigten Staaten von Europa. Er droht dann, dass EU- Staaten, die diesem von ihm gewünschten Verfassungsvertrag nicht zustimmen, automatisch aus der EU austreten müssten. Diese die EU betreffenden Äußerungen des Herrn Schulz, die er bei einem SPD- Parteitag gemacht hat, geben zu denken. Ist er jetzt völlig durchgeknallt, indem er sich als deutscher Bundespolitiker berufen fühlt, die EU völlig umzukrempeln? Neigt er zu Größenwahn? Will er von seinem Versagen als Kanzlerkandidat und SPD- Chef bei der Bundestagswahl ablenken? Was auch immer der Grund gewesen sein mag: Es wurde wieder einmal deutlich ausgesprochen, was einigen europäischen Politikern vorschwebt, nämlich die Abschaffung der Nationalstaaten und die Gründung der Vereinigten Staaten von Europa. Davon sprach schon 1946 der damalige deutsche Kanzler Adenauer und auch von Schröder konnte man das hören, als er Kanzler war.

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