Der letzte Staatspräsident der UdSSR, Michail Gorbatschow, wurde 1990 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Mitverantwortlich dafür waren“Perestroika“ (Umbau) und „Glasnost“ (Offenheit), wodurch er zum Liebling des Westens wurde. Dieser Gorbatschow meldete sich Jahre nach der Auflösung der Sowjetunion und nachdem einige der ehemaligen Sowjetstaaten der NATO beigetreten waren, zu Wort und behauptete, dass ihm für seine Zustimmung zur deutschen Wiedervereinigung von Europas Politikern zugesagt wurde, dass die NATO keine Osterweiterung betreiben würde. Dass die NATO also die Positionen beibehalten würde, die sie zu Zeiten des Warschauer Pakts innehatte und nicht ehemalige Sowjetrepubliken wie Polen, Estland, Lettland, Litauen usw. als Mitglieder aufnehmen würde. Niemand glaubte Gorbatschow, es gab auch kein Schriftstück über solche Zusagen und er machte sich mit dieser Behauptung fast lächerlich. Wer würde eine solche Zusage machen, wer würde einer solchen mündlichen Zusage vertrauen? Eine erfundene Behauptung also wegen der NATO- Osterweiterung, wurde „Gorbi“ höhnisch vorgeworfen. Dazu sagte er 2009 in einem Interview mit einer deutschen Zeitung: „… Kohl, US- Außenminister Baker und andere sicherten mir zu, dass die NATO sich keinen Zentimeter nach Osten bewegen würde. Daran haben sich die Amerikaner nicht gehalten und den Deutschen war es gleichgültig. Vielleicht haben sie sich sogar die Hände gerieben, wie toll man die Russen über den Tisch gezogen hat“.

Seit ein paar Tagen schaut die Sache aber ganz anders aus. Das National Security Archive, eine nicht- profitorientierte Forschungs- und Archivierungseinrichtung an der George Washington Universität in Washington, D. C., archiviert und veröffentlicht von der US- Regierung freigegebene Dokumente zu ausgewählten Themen der US- Außenpolitik und dieses Institut hat jetzt freigegebene Dokumente zum Thema „Osterweiterung“ veröffentlicht. Damit wurde der Beweis geliefert, dass Gorbatschow nicht gelogen hat. Die Lügner sind die westlichen Politiker und die NATO- Militärs. Sie haben Gorbatschow hereingelegt. Sie haben diese Versprechungen gemacht, als der Warschauer Pakt noch existierte. Als es kurze Zeit später diesen Pakt nicht mehr gab, wurden diese Versprechungen und Zusagen bestritten. Die NATO rückte bis auf wenige Kilometer an Russlands Grenze vor und heute wird heuchlerisch vor der „russischen Aggression“ gewarnt, die man militärisch beantworten muss. Die Lügner sitzen trotzdem im Westen.

National Security Archive:

„Keinen Inch weiter nach Osten“:

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