Der Gott der Christen hat in letzter Zeit wahrlich nichts zu lachen. Die „Ehe für Alle“ wurde mittlerweile in vielen Staaten, darunter auch Österreich, legalisiert und der Ehe zwischen Mann und Frau gleichgestellt. Laut kirchlichen Würdenträgern, aber auch laut Meinung vieler Bürger wurde mit diesem Schritt die Einzigartigkeit der Ehe als von Gott gewollte Verbindung zwischen Mann und Frau zerstört. Dann meldete sich der Papst zu Wort, weil ihm die deutsche Fassung des „Vater Unser“ in der heutigen Version nicht zusagt; das Gebet soll geändert werden. Nichts mehr mit dem Hinweis: „… Wie uns der Vater zu beten gelehrt hat“. Im Französischen wurde es übrigens schon geändert. Dabei hätte der Papst genug andere Sorgen. Vor ein paar Tagen erst hat er in seiner Weihnachtsansprache vor der Kurie von „Verrätern“, von Intrigen und Illoyalität unter den Kirchenfürsten gesprochen. Das dürften aber noch die kleineren Übel sein, mit denen die Diener Gottes ihren Herrn belästigen. Wie Dr. Wallentin jetzt in der Weihnachts- „Krone“ schreibt, haben die Bischofskonferenzen von Deutschland, Österreich, Luxemburg, Vaduz und Straßburg eine Neufassung der Bibel in Auftrag gegeben, die auch sofort im gesamten deutschsprachigen Raum Gültigkeit haben soll. Sie soll „fairer und sorgfältiger mit den Geschlechtern umgehen“, d. h. sie stellt einen Kniefall vor der gottlosen Gender- Lobby dar. „Adam“ soll ersetzt werden durch „Mensch“, aus den „Söhnen“ werden „Kinder“ und zu den „Aposteln“ kommt plötzlich eine „Apostelin“ namens Junia. Bis jetzt hieß es immer, die Bibel bzw. das Alte Testament besteht aus den Büchern des Mose, den Büchern der Propheten und aus sonstigen jüdischen heiligen Schriften und das Neue Testament ist hauptsächlich auf dem Fundament der vier Evangelisten Markus, Matthäus, Lukas und Johannes aufgebaut. Jetzt kommt die ketzerische Frage: Haben die Evangelisten gelogen oder lügen jene, die die Bibel gendern wollen? Hat Mose gelogen, der im Buch Genesis die Schöpfungsgeschichte niedergeschrieben hat mit Adam und Eva und deren Söhnen Kain und Abel? Als ob das noch zu wenig wäre, soll auch das Wort „Gott“ abgeschafft und durch den Begriff „JHWH“, den Eigennamen des Gottes Israels, ersetzt werden. Mit dieser Änderung von „Gott“ auf „Jahwe“ oder „Jahvo“ oder „Jehova“ (die historische Aussprache ist nicht mehr eindeutig zu belegen) nähert sich der christliche bzw. katholische Glaube dem jüdischen Glauben wieder an.

Anlässlich eines katholischen Feiertages sagte Kardinal Schönborn im September letzten Jahre bei einer Predigt: „Gott hab´Erbarmen mit Europa und mit Deinem Volk, das in Gefahr ist, das christliche Erbe zu verspielen“. Er muss damals geahnt und gesehen haben, was über die Kirche kommt. Und Gott, der Gnädige und alles Verzeihende, kann auch anders. Im Buch Genesis heißt es: „Als Jahwe sah, dass die Bosheit der Menschen auf Erden groß war,… da reute es Jahwe, dass er die Menschen auf Erden gemacht hatte…“ Da sprach Gott zu Noah: „Das Ende alles Fleisches ist bei mir beschlossen; denn die Erde ist voller Gewalttat wegen der Menschen. So will ich sie denn von der Erde vertilgen…“ Ja, laut Bibel war Gott stinksauer auf die von ihm geschaffenen Menschen und er hat sie, wiederum laut Bibel, in der Sintflut ertränkt. Na, hoffentlich wird er nicht wieder stinksauer, denn zur Zeit wird ihm viel zugemutet.

Gott kann einem Leid tun, ist man da fast versucht zu sagen. Er hat Ärger mit seinem „Bodenpersonal“, aber auch mit seinen „Schäfchen“.

Im Namen des Vaters?

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