Dass etwas kommt, war klar und vorhersehbar. Eigentlich sollte man sagen, dass etwas kommen muss, war klar … Es war ja wirklich nicht anzunehmen, dass sich der Widerstand gegen eine Regierungsbeteiligung der Freiheitlichen in Österreich auf die Protestaktionen einiger verwirrter Schüler- und Studentenorganisationen sowie gewaltbereiter Linksextremer beschränken würde. Es hat zwar relativ lange gedauert und das spricht nicht gerade für die Intelligenz und Entschlussfreudigkeit dieser Herrschaften samt Damen, aber jetzt haben sie ihren Entschluss der Öffentlichkeit kundgetan. (Vielleicht meinen sie aber auch, dass gut´Ding eben Weil´ braucht.) Diese ehrenwerte Runde, die fast durchwegs aus irgendwelchen „Ex“- besteht, hat in einem internationalen Appell zum Boykott der FPÖ- Minister in der neuen Regierung aufgerufen. Mit Schaudern weisen die Boykotteure darauf hin, dass die FPÖ zu einer „Machtstellung in der neuen österreichischen Regierung“ gekommen sei, gegen die „resolut“ Stellung bezogen werden müsse. Dabei nennen sie die FPÖ-Regierungsmitglieder nicht einmal „Nazis“, wie dies billige Dramaturgen österreichischer Prägung gerne tun, sondern nennen sie „die Erben des Nazismus“. Das ist doch ganz was anderes.

In welch traurigem Zustand muss sich doch die Vereinigte Linke befinden, wenn sie Angst hat vor einer Regierungsbeteiligung der FPÖ und wie zerrissen muss doch diese Truppe sein, wenn linke Regierungen nichts zu bekritteln haben, linke Edelpensionisten aber meinen, sie müssten sich jetzt mit einem Boykottaufruf als Retter der linken westlichen Welt aufspielen. Da der Aufruf von einer französischen Zeitung im Netz veröffentlicht wurde und der Initiator sowie einige Unterzeichner Franzosen sind, könnte man denen auch den gut gemeinten Rat geben, sie mögen sich doch um Frankreich kümmern und Österreich in Ruhe lassen. Frankreich ist nämlich mit seinem nicht nur nicht gelösten, sondern sogar größer werdenden Islamisten- und Terrorproblem ganz sicher eine größere Gefahr für Europa als es eine FPÖ- Regierungsbeteiligung jemals sein kann. Da ändert sich auch nichts daran, dass man das „Problem“ mit aller Inbrunst herbei zu reden versucht. Und nochmals zu Frankreich: Fast zwei Jahre lang und als Folge von Terroranschlägen herrschte in Frankreich der Ausnahmezustand, der die Justiz teilweise entmachtete und Bürgerrechte einschränkte. Der Ausnahmezustand wurde mit Anfang November aufgehoben, aber mit dem neuen Anti- Terror- Gesetz hat sich nicht viel geändert. Und zu Beate Klarsfeld als Unterzeichnerin fällt mir ein, dass sie einen gewissen Bekanntheitsgrad dadurch erreichte, indem sie im November 1968 dem damaligen deutschen Bundeskanzler Kiesinger öffentlich eine Ohrfeige verpasste und ihn „Nazi“ schimpfte. Das war damals noch möglich, weil Politiker noch keine Angst vor dem Volk hatten und sich noch nicht hinter einem Wall von Leibwächtern versteckten.

FPÖ: Boykott- Aufruf…

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