Während vielerorts die neue österreichische Regierung ohne irgendwelche Einwände zur Kenntnis genommen oder sogar mit Vorschusslorbeeren bedacht wurde, gab es von anderen Ländern oder Gruppierungen teils von der Angelobung weg, teils erst später Kritik oder Ablehnung. Vom EU- Häuptling Juncker wurde die neue Regierung bzw. Kanzler Kurz für gut befunden, die Israelis wiederum wollen mit den FPÖ- Ministern bis auf weiteres nicht reden. Deutsche beneiden die „Ösis“, weil sie so schnell eine fähige Regierung samt einem guten Regierungsprogramm zustande brachten, während sie immer noch nicht mehr haben als eine mittlerweile unbeliebte „geschäftsführende“ Kanzlerin. Jetzt trauen sich aber immer mehr Kritiker, Nestbeschmutzer und „Wadelbeißer“ ins Licht, um gegen Kurz und Co zu lästern. Die Kritik der Opposition, das entbehrliche Gemaule aus dem EU- Parlament, die vermeintliche Warnung eines UN- Hochkommissars, die politisch korrekten Wortmeldungen in der deutschen Presse usw. wurden als Junk abgelegt und vergessen. Dazu zählte auch die geistige Absonderung eines sogenannten „Schauspielers“ aus Deutschland, der sich dadurch wieder ein wenig Publicity erhoffte.

Jetzt haben sich ein paar in Vergessenheit geratene Ex- Politiker und -Innen sowie einige andere honorige Mitglieder der linken Gesellschaft zusammengetan und per Petition zu einem Boykott der FPÖ- Minister in der neuen Regierung aufgerufen. Vielleicht dadurch ermuntert, hat sich jetzt Luxemburgs Außenminister Asselborn ebenfalls zu Wort gemeldet. Ganz auf wichtig meinte er: „Kanzler Kurz spricht die Sprache Donald Trumps… Wer so spricht, versteht das Einmaleins der EU nicht, den Grundgedanken der Solidarität“. Asselborn brachte damit seine Verärgerung zum Ausdruck, weil Kurz es ablehnt, EU- Staaten per Zwang und Sanktionen zur Aufnahme von „Flüchtlingen“ zu zwingen. Gerade in dem Punkt sollte sich Asselborn aber gut überlegen, was er sagt. Laut einer Grafik auf „statista.com“ für das Jahr 2016 zur Anzahl der erstmaligen Asylwerber in den EU- Staaten zeigt sich nämlich, dass Österreich pro Million Einwohner etwa ein Drittel mehr als Luxemburg aufgenommen hat. Außerdem hat sich Luxemburg bis zuletzt geweigert, die Flüchtlingsquote im Zuge des umstrittenen Umsiedlungsprogrammes zu erfüllen; bis Anfang September 2017 war diese Quote auch erst zu 77 Prozent erfüllt.

Wer im Glashaus sitzt und bei Vernunft ist, soll nicht mit Steinen werfen. Auch wenn ihm die Regierung eines anderen Landes nicht in den Kram passt.

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