Seit ein paar Monaten läuft die „MeToo“- Kampagne, deren Auslöser ein sexbesessener amerikanischer Filmproduzent war. Mit fast unglaublicher Geschwindigkeit verbreitete sich die Kampagne über die Welt. Mehr als 10.000 Personen unterzeichneten den Tweet, Millionen von Benutzern verwendeten in Postings dieses Twitter- Hashtag. Die Folgen waren, zumindest für die Männer, verheerend. Es war (und ist) zwar bekannt, dass sehr wohl auch Männer zu den Opfern sexueller Übergriffe und Belästigungen gehören, aber im Zuge des „MeToo“- Erdbebens wurden ausnahmslos Männer als Täter definiert. Sie wurden medial als Schweine hingestellt und abgeurteilt. Im Extremfall reichte schon ein nicht bestätigter Verdacht, um den Job zu verlieren und gebrandmarkt zu werden. Die Verdächtigten wurden automatisch schuldig gesprochen. Eckpfeiler der Rechtsprechung wie z. B. Verjährungsfristen, Unschuldsvermutung oder Nachweispflicht der Schuld zählen hier nicht. Die Vorgangsweise bei „MeToo“ begann ähnliche Züge anzunehmen wie die mittelalterlichen Hexenverbrennungen im christlichen Europa. Österreich blieb vor „MeToo“ natürlich auch nicht verschont. Da kam der mächtige Skiverband ÖSV unter Druck. Es wurden Betreuer, z. T. jahrzehntelang zurückliegend, öffentlich verdächtigt, aber unverständlicher Weise wurden bis heute keine Namen genannt. Es wurde somit allen Betreuern unterstellt, sexuelle Straftäter zu sein.

Unter den Frauen gab es aber nicht nur Zustimmung für die Kampagne. Einige bekannte Persönlichkeiten wie z. B. die österreichische Schauspielerin Nina Proll legten sich mit den „MeToo“- Furien an und widersprachen. Proll meinte z. B., sie „habe kollektives Jammern in metoo- Debatte satt“ und sagte, Bezug nehmend auf die Film- und Theaterbranche, dass Frauen den Produzenten „die Möpse entgegen gestreckt haben“. Das Wutgeheul der Feministinnen war fürchterlich. Auch die Schauspielerin Sonja Kirchberger sprach sich gegen den Trend aus und verteidigte einen angegriffenen Regisseur. Aber nicht nur das, sie attackierte auch Kolleginnen. Sie behauptete nicht weniger als dass sich diese an den Regisseur „herangemacht“ hätten. „Die standen Schlange – und es waren viele namhafte Schauspielerinnen dabei“. Jetzt hat sich auch die französische Filmikone Catherine Deneuve gegen „MeToo“ gewendet. In einem Brief an die Zeitung „Le Monde“ kritisiert sie mit 100 anderen Frauen, dass die „MeToo“- Debatte um sexuelle Belästigung eine „Kampagne der Denunziation“ nach sich gezogen hat. Sie meint auch, dass nicht jeder Mann, der flirtet, ein Delikt begehe. Sie hat natürlich recht, aber der Hass der Feministinnen ist ihr trotzdem sicher. Auch die große Schauspielerin Hannelore Elsner findet die „MeToo“- Debatte „verlogen“. Eine deutsche Zeitung schreibt: „MeToo war überall. Man hatte den völlig falschen Eindruck, alle Männer seien Schweine und alle Frauen Opfer. Frauen erklärten der Welt, dass jedes Kompliment ein Übergriff sein kann. Männer erklärten sich anbiedernd zu Feministen oder zogen sich zurück“.

Mit dieser Kampagne haben die Frauen bewiesen, wozu sie mit Hilfe von, in dem Fall Twitter, imstande sind. Sie haben eine Bewegung gestartet, die ihresgleichen sucht. Sie haben sexuelle Übergriffe publik gemacht. Aber einen großen Vorwurf müssen sich die Feministinnen und alle anderen, die sich lauthals an der Debatte beteiligen und sie befürworten, schon gefallen lassen. Wo ist ihr Engagement, wo bleibt ihr Einfluss, wenn es nicht um sexuelle Übergriffe, sondern um Mord oder vielleicht doch „nur“ um Totschlag oder andere Gewaltverbrechen an Frauen geht? So wie jetzt in Wien, wo eine junge Frau von ihrem Lebensgefährten aus dem Fenster ihrer Wohnung in die Tiefe gestoßen wurde oder vor ein paar Monaten, als ein junger Kerl seine jüngere Schwester erstach oder wie vor ein paar Tagen in Deutschland, wo ein Mädchen von ihrem Ex- Freund bestialisch erstochen wurde etc. Da gibt es keine Welle der Empörung, kein Hashtag für Postings, da gehen keine Feministinnen an die Öffentlichkeit, um gegen Gewalt an Frauen zu demonstrieren. Da siegt wohl die politische Korrektheit über die Moral dieser Heuchlerinnen.

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