„Schön ist so ein Ringelspiel, das is a Hetz und kost net viel“. Das ist der Text eines alten Wiener Volksliedes und der zweite Teil des Refrains war wohl auch das Thema der Großdemo gegen die Regierung am vergangenen Samstag in Wien. Wenn man sich die Fernsehbilder von dieser Demo ansah, hatte man jedenfalls den Eindruck, dass bei vielen Teilnehmern „die Hetz“ im Vordergrund stand und „die kost net viel“. Wären nicht die teils mehr als provokanten Transparente gewesen, wäre eine Unterscheidung zwischen Faschingsveranstaltung und politisch motivierter Demo schwierig gewesen. Dabei muss man es ja wirklich als glückliche Fügung sehen, dass die Demo friedlich ablief, dass es keine Krawalle und Verletzten gab und man muss dankbar dafür sein. Bei Demonstrationen linker Organisationen ist es ja die Ausnahme, dass alles ruhig bleibt. Aber das wird nicht immer so bleiben. Immerhin gab es schon konkrete Drohungen, dass es beim Akademikerball und auch beim Opernball linke Demonstrationen geben wird und aus leidvoller Erfahrung kann davon ausgegangen werden, dass dort die Polizei wieder mehr als alle Hände voll zu tun haben wird, die Randalierer und Gewalttäter unter den Demonstranten einigermaßen unter Kontrolle zu halten.

Bemerkenswert war bei der vergangenen Samstag- Demo, wie viele Leute von den Organisatoren auf die Straße gebracht wurden. Dass die Veranstalter maßlos übertreiben würden, war mit den Angaben von bis zu 50.000 Teilnehmern klar. Die Angaben der Polizei von etwa 20.000 sind realistisch. Allerdings wurden auch viele Kinder, Schüler und auch „Omas gegen rechts“ mobilisiert und instrumentalisiert. Wen die Schisport- Großereignisse im Fernsehen nicht interessierten, ging als Alternative zur Demo. Für sehr viele war es ja „a Hetz“.Wieder einmal bemerkenswert, obwohl längst hinlänglich bekannt, war die Intoleranz dieser selbstgefälligen Toleranzforderer bei den Demonstranten wie auch den Organisatoren. Sie betrachten ja ihre Meinung als die Heilslehre schlechthin und verdammen alle, die diese Meinung nicht befürworten und teilen. Diese intoleranten Toleranzforderer haben auch die politische Korrektheit auf ihre Fahnen geheftet. Dazu sagte der politische Aktivist und Musiker Gilad Atzmon: „Politische Korrektheit ist Politik, die keine politische Kritik erlaubt… Das ist auch die Definition von Tyrannei“.

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