Immer mehr Politiker und womöglich auch Wirtschaftsleute scheinen an das Märchen vom immerwährenden Wirtschaftswachstum zu glauben. Ist ja fast kein Wunder, hört man doch von rundum nur Jubelmeldungen über einen Wirtschaftsboom, über laufend neue Rekorde bei der Auftragslage, überschlagen sich die Meldungen über nur mehr steigende Kurse an den Börsen und wird lautstark der Fachkräftemangel bejammert. Also alles super? Nein, eigentlich kein Grund zur Euphorie. Die Börsenkurse steigen nicht nur deswegen, weil die Unternehmen so gut sind, sondern weil Dividenden mit hinein gerechnet werden. Dafür wird z. T. bei Investitionen gespart. Die Auftragslage mag gut sein, weil die Niedrig- und Nullzinspolitik noch weiter anhält und somit Kredite billig sind, aber eine Trendumkehr wird ein böses Erwachen bedeuten. Für die Sparer ist die jetzige Zinspolitik schon lange eine Plünderungspolitik, ihr Erspartes verliert täglich an Wert. Dafür kann sich der Staat entschulden. Trotzdem fehlt dem Staat, fehlt den Kommunen das Geld, um die Infrastruktur vernünftig zu erhalten. Und wiederum trotzdem tun die Regierungen (nicht nur unsere) plötzlich, als wäre für alles Geld vorhanden. Ja, die Geldmenge hat sich in den letzten Jahren fast explosionsartig vermehrt, aber der Grund dafür ist hauptsächlich in der Teuerung zu suchen; von wegen 1 oder 2 Prozent Inflation. Die gefühlte Teuerung ist wesentlich höher und die Kaufkraft der Konsumenten sinkt. Man sieht das deutlich in den Innenstädten. Markenläden schließen, Billigläden kommen. Es gibt Berechnungen, nach denen der Euro seit seiner Einführung etwa die Hälfte an Wert verloren hat. Mit einem steigenden Wirtschaftswachstum und damit einhergehend mit einem steigenden BIP soll der Prozentsatz der öffentlichen Verschuldung optisch gesenkt werden; der Betrag als solcher ändert sich aber trotzdem nicht. Die weltweiten Schulden sind seit der Finanzkrise von 2008 sprunghaft angestiegen. Sie betragen insgesamt etwa 230 Billionen Dollar, das ist zirka 320 Prozent des weltweiten BIP und sie setzen sich zusammen aus den Schulden des Finanzsektors, der Staaten, der Unternehmen und der privaten Haushalte. Eine unvorstellbare Summe.

Es mag noch eine Weile dauern, aber die Zeit der Null- und Niedrigzinsen und auch des momentanen Wirtschaftsbooms wird wieder zu Ende gehen. Dann „wird es eng“. Die Weltbank hat übrigens schon vor „gravierenden Folgen einer stärkeren Inflation“ gewarnt. Die Staatsschulden und die faulen Kredite in Italien, Spanien, Griechenland versetzen die EU in panische Angst; speziell in Italien wanken die Banken und hoffen auf Rettung durch die EU bzw. durch andere Staaten wie z. B. Deutschland. Das alles kann schon nachdenklich stimmen. Schlimm ist aber auch, was aus den USA, genauer gesagt von der Notenbank FED zu vernehmen ist. Dort steht ja ein Chefwechsel an und in dem Zusammenhang ist über zu erwartende Dinge gesprochen worden. Da sagte z. B. einer, der es wissen muss: „… In der Zwischenzeit sieht es so aus, als würden wir eine Blase mit festverzinslichen Papieren bestimmter Haltedauer über das gesamte Kreditspektrum hinwegblasen, was zu großen Verlusten führen wird, wenn die Zinsen auf die Straße kommen…“. Das heißt, eine Blase wird platzen.

Dass es nicht immer aufwärts gehen kann, wissen alle. Die wenigsten aber wollen wahr haben, dass sie zu den Verlierern zählen könnten. Und Finanzfachleute warnen schon eine Weile vor Problemen wegen einer Blasenbildung und wegen der Schulden bzw. wegen der Banken. Die „faulen Kredite“ gehören zu den größten Problemen. Also nicht überrascht sein, wenn eines Tages was kommt. An 2008 oder 2001 denken

Wann darf die Blase platzen?

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