In der „Krone- Bunt“ vom 14. Jänner gab es einen Artikel mit dem Titel: „Was ist eine Blockchain?“ Dort hieß es u. a.: „… Es steht kein Wert dieser Kryptowährung gegenüber. Dem Bargeld in der realen Welt steht Gold gegenüber, die Bitcoins sind auf Vertrauen und auf Rechenleistung aufgebaut… “ Bei Bitcoins (und auch bei den anderen Kryptowährungen) trifft das zu, es steht kein Wert gegenüber. Nicht zutreffend bzw. nur sehr bedingt zutreffend ist aber die „Feststellung“, dass dem Bargeld in der realen Welt Gold gegenübersteht. In einer mehr als drei Jahre alten Statistik der Österreichischen Nationalbank wird das Geldvermögen privater Haushalte in Österreich ohne Lebensversicherungsansprüche, ohne kapitalgedeckte Pensionsansprüche und ohne Nicht- Lebensversicherungsansprüche mit 446 Milliarden Euro angegeben. Aktuell ist vielleicht eine Größenordnung von ca. 500 Milliarden realistischer. Dem gegenüber stehen, wiederum laut Angaben der Österreichischen Nationalbank, Goldreserven von 280 Tonnen. Diese Reserven präsentieren momentan einen Wert von grob gerechnet etwa 10 Milliarden Euro; nicht mehr. Dem Geldvermögen von etwa 446 Milliarden oder eventuell 500 Milliarden stehen also 10 Milliarden an „Golddeckung“ gegenüber. Das heißt nichts anderes, als dass nur ein knappes Fünfundvierzigstel oder gar nur ein Fünfzigstel, also nur 2 Prozent des Geldvermögens, durch Gold gedeckt sind. Für eine 100prozentige Deckung müsste der Goldpreis um das 45- oder gar 50fache ansteigen (oder wir bräuchten die 50fache Menge an Gold!) Man sieht somit ganz klar, dass dem Bargeld in der realen Welt eigentlich auch nur Vertrauen gegenüber steht. Vielleicht wird deswegen schon vereinzelt über das sogenannte „Vollgeld“ nachgedacht.

In dem Zusammenhang sollte man vielleicht wieder einmal daran denken, was der französische Philosoph Voltaire schon vor sehr langer Zeit erkannte: „Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück – zu Null“. Auch der Ökonom und Sozialphilosoph F. A. von Hayek dürfte ähnlich gedacht haben, als er sagte: „Die Geschichte staatlichen Umgangs mit Geld ist, mit Ausnahme einiger glücklicher Perioden, eine Geschichte von Lug und Trug“.

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