Es soll wieder einmal über ein Ende des Krieges in Syrien, der alles andere als ein Bürgerkrieg ist, verhandelt werden. Dieses Mal versucht man in Wien, irgendwelche Vereinbarungen zu erzielen. Bei den letzten Verhandlungen in Genf wurde ja nichts erreicht, da hat ja die sogenannte Opposition nur eine Show abgezogen und das Treffen dann platzen lassen. Es bedarf einer großen Menge an Optimismus, um jetzt an positive Verhandlungen zu glauben. Der syrische Präsident Assad wird zu recht nicht abdanken; er ist ja der gewählte Präsident und deswegen wird die sogenannte Opposition, die ja vom Westen und von Mächten auf der Arabischen Halbinsel unterstützt wird, nicht aufgeben. Es ist auch nur die Rede von direkten Gesprächen zwischen der Regierung von Präsident Bashar al- Assad und Vertretern der syrischen „Opposition“. Diese sogenannte Opposition besteht ja aus vielen untereinander zerstrittenen oder rivalisierenden Gruppen, was man aus Medienberichten entnehmen kann. Sollen die alle zusammen mit am Tisch sitzen? Was ist mit den Terrorgruppen wie dem IS oder der früheren Al Nusra- Front und werden die auch von der „Opposition“ als Feind betrachtet? Sitzen die Kurden mit am Tisch oder gehören die zu den Feinden beider Verhandlungsgruppen und was ist mit den US- Einheiten, die sich eindeutig völkerrechtswidrig in Syrien aufhalten und was ist mit der sogenannten „Grenzschutztruppe“ BSF, die die USA im Norden Syriens bilden wollen? Warum unternimmt die angeblich so mächtige und einflussreiche und angeblich so friedliebende UNO nichts gegen die massive Unterstützung der Opposition, der Rebellen, der Söldner, der Dschihadisten und anderer Terrorgruppen durch den Westen, durch die Türkei, durch Golfstaaten? Sollte Peter Scholl- Latour doch recht gehabt haben, als er sagte: „Die UNO taugt nur als Instrument amerikanischer Politik“? Das genau ist nämlich das Dilemma; es geht weniger um Syrien, sondern mehr um strategische und wirtschaftliche Interessen in der Region und da stecken natürlich die Amerikaner dick drinnen und zusätzlich geht es auch um religiöse Interessen. Es geht um die Vorherrschaft der Schiiten oder Sunniten. Unter Präsident Assad herrschte Religionsfreiheit. Es gab ein friedliches Nebeneinander von Schiiten, Sunniten, kleineren islamischen Gruppierungen, verschiedenen christlichen Glaubensgemeinschaften und wer einer anderen Religion angehörte, hatte auch seine Ruhe. Dort, wo der IS war oder noch ist, wurden sehr viele ermordet, die nicht dem „rechten Glauben“ angehörten.

Es geistern auch wieder einmal und nicht zum ersten Mal alte Pläne über eine Aufteilung Syriens im Netz herum. Zu viele Fragen sind offen, nur große Optimisten können deswegen auf einen Durchbruch bei den Verhandlungen in Wien hoffen. Womöglich ist erst Friede möglich, wenn die syrische Armee mit ihren offiziellen und rechtmäßigen Verbündeten die Terrorgruppen vernichtet, Opposition, Rebellen etc. endgültig besiegt und fremde Truppen aus dem Land gejagt hat. Das wäre aber auch Aufgabe der UNO. Ein Punkt ist in Syrien aber weiter offen und der wird auch von keiner Seite angesprochen. Das ist die seit 50 Jahren von Israel besetzte Region Golan. Vielen Leuten ist ja gar nicht mehr bewusst, dass es sich bei den Golan- Höhen völkerrechtlich um syrisches Staatsgebiet handelt.

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