Momentan gibt es bei vielen Sendeanstalten und in anderen Medien nur ein Thema: „Fake News“, also falsche und erlogene Nachrichten. In Frankreich, so hört man, soll dazu noch heuer ein neues Gesetz kommen. Da werden aber schon Einwände laut; es wird eine Einschränkung der Pressefreiheit befürchtet. Macron versucht zu beruhigen und man kann davon ausgehen, dass die Öffentlich- Rechtlichen und regierungsfreundliche Medien, so wie in anderen Ländern auch, nichts zu befürchten haben. Auch in Deutschland sind Fake News ein Thema und es wird gehörig darüber diskutiert, und Deutschland hat ja sogar schon ein Gesetz, das auch gegen Fake News angewendet werden kann; das umstrittene „Netzdurchsetzungsgesetz“, auch als „NetzDG“ bekannt. In Österreich wird ebenfalls viel über Fake News diskutiert und alle vermitteln den Eindruck, als hätte US- Präsident Trump die erfunden und die Russen hätten es ihm nachgemacht. Angefacht wurde jetzt die Diskussion allerdings tatsächlich von Trump, da er an amerikanische Medien den „Fake News Award“ verliehen hat. Den sich, so nebenbei gesagt, einige auch redlich verdient haben.

Fake News hat aber nicht Trump erfunden, die gibt es schon lange und nicht nur in den USA. Die folgenschwersten Fake News der letzten 50 oder 60 Jahre wurden aber von den USA in die Welt gesetzt. Da war z. B. die Lüge vom „Tonkin- Zwischenfall“. Der erfundene Angriff nordvietnamesischer Schnellboote auf US- Kriegsschiffe im Golf von Tonkin diente den Amerikanern als Vorwand, den Vietnam- Krieg beginnen zu können. Der damalige US- Verteidigungsminister McNamara sagte schon 2003, und das wurde zwei Jahre später offiziell bestätigt: Die Attacke nordvietnamesischer Schnellboote auf US- Kriegsschiffe hat es nie gegeben. Diese Geschichte wurde erfunden, um den Krieg beginnen zu können. Den Vietnam- Krieg, der mehr als 5,5 Millionen Menschen das Leben kostete. Ob da die Toten von Laos und Kambodscha als Folge der amerikanischen Bombenangriffe mitgezählt wurden, ist nicht bekannt. Die zweite große Lüge war die „Brutkasten- Lüge“. Mit dieser Lüge einer jungen Frau aus Kuwait, die die Amerikaner übernahmen, wurde im Jänner 1991 von den USA und ihren Verbündeten in den Zweiten Golfkrieg eingegriffen, der 1990 mit dem Einmarsch der irakischen Armee in Kuwait begann. Die junge Frau, von der die Lüge ausging, war die Tochter des kuwaitischen Botschafters in den USA und es wird behauptet, dass eine bezahlte PR- Aktion einer amerikanischen Firma hinter der Lüge steckte, was später auch eindeutig bestätigt wurde. Der Krieg gegen den Irak dauerte bis Anfang März 1991 und kostete zwischen 150.000 und 400.000 Menschen das Leben. Laut UN- Angaben starben aber an den Folgen der US- Sanktionen einige Millionen irakische Zivilisten. Die dritte große Lüge war jene von den „Massenvernichtungswaffen“ des irakischen Herrschers Saddam Hussein. Das war, neben einer ebenfalls erfundenen Verbindung des Irak mit der Terrorgruppe Al- Qaida, die Begründung für den Irakkrieg 2003. Es gab aber weder biologische noch chemische noch Atomwaffen. Dieser als Dritter Golfkrieg oder Zweiter Irakkrieg bezeichnete Krieg war eine völkerrechtswidrige Militärinvasion der USA, Großbritanniens und einer „Koalition der Willigen“ und dauert genau genommen bis heute an, obwohl er von Präsident Bush mit 1. Mai 2003 offiziell als beendet erklärt wurde. Die Zahl der Toten bis zum Ende der Besetzung 2011 wird auf etwa 1 Million geschätzt. Nachdem US- Außenminister Colin Powell im Februar 2003 angebliche „Beweise“ für irakische Massenvernichtungswaffen vorlegte, ruderte er im Mai 2004 zurück. Er gestand ein, dass die Quellen „ungenau und falsch und in einigen Fällen absichtlich irreführend“ waren.

So viel zu den angeblich von Trump „erfundenen“ Fake News. Da sollen sich aber viele andere Politiker und Staatsmedien (auch) bei der Nase nehmen. Das betrifft auch solche Leute, die heute statt Krieg Ausdrücke gebrauchen wie „Schutz der Demokratie“, „Verteidigung der Werte“, „humanitäre Mission“oder „Friedenssicherung“.

Wie schon Franz Kafka sagte: „Die Lüge wird zur Weltordnung gemacht“.

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