So sagt man. Warum aber wurde dann der große Toni Sailer, gerade jetzt und Jahre nach seinem Tod, mit Dreck beworfen und eine alte Geschichte aufgewärmt, von der er zeitlebens sagte, dass sie nicht so abgelaufen sei? Wenn man also einen Nationalhelden des Sports nicht ruhen lässt, muss das in einem anderen Fall auch zur Kenntnis genommen werden. Es geht da um die in Österreich als „Fluchthelferin“ bekannt und berühmt gewordene Frau Ute Bock, die jetzt verstorben ist. Gerade in letzter Zeit ist der öffentliche Fokus vermehrt auf „Wahrheit“ ausgerichtet und gerade deswegen, um bei der Wahrheit zu bleiben, muss einiges gesagt werden. In den Wortmeldungen zu ihrem Tod, im Besonderen von Politikern veröffentlicht, wird viel Weihrauch verbrannt und manche kommen fast einer Seligsprechung gleich. Diesen Leuten dürfte aber die ganze und wahre Geschichte der Ute Bock nicht bekannt sein. Sie dürften nicht wissen, dass schon 1999 bei der „Operation Spring“ von der Polizei ihr Heim gestürmt und 21 Insassen wegen Verdacht auf Drogenhandel vorübergehend festgenommen wurden; es wurde auch gegen Frau Bock ermittelt. Da sie starke und einflussreiche Unterstützer in der Politik hatte, fanden immer wieder Illegale bei ihr Unterschlupf und Unterstützung und sie sagte auch ganz offen, dass sie jedem hilft, der auf der Straße ist.

Das betrifft ihre jüngere Vergangenheit. Weiter zurückliegend, in ihrer Zeit als Erzieherin und Heimleiterin, gibt es aber auch dunkle Flecken in ihrer Biografie. Ehemalige Zöglinge haben berichtet, von ihr geohrfeigt und sogar mit Reitgerten geschlagen worden zu sein. Sie sagte auch selbst: „… Es war sicher auch nicht alles in Ordnung, was ich gemacht hab, ich hab auch Detschn ausgeteilt. Das war damals so üblich…“ Das war 2011 im „Standard“ unter der Überschrift: „“Heimmutter“ Ute Bock: Keine Ausbildung und „SSler als Erzieher““ zu lesen. Im Standard wurde damals ein Leser- Kommentar veröffentlicht: „Wann trennt sich der Standard von Frau Bock, nach ihrem Eingeständnis, dass sie Menschen mit illegalem Aufenthaltsstatus vor der Behörde versteckt, gesteht sie nun erneut im Standard, sie hat sich an der Misshandlung von Schutzbefohlenen beteiligt…“ Und in der „Presse“ hieß es 2012 in einem Kommentar zur Geschichte von Frau Bock: „wer heute noch die ansicht vertritt, syphillis sei ein erfundener kinderschnupfen, (mittlerweile recherchiert und bestätigt!) den heimkinder nur erfunden hätten, damit sie nicht im heim verbleiben müssten, wird in österreich mit orden ausgezeichnet?… “ Dass heute das offizielle Wien von den Geschichten in den Erziehungsheimen jener Zeit nichts mehr hören will, ist fast verständlich. Schließlich handelte es sich um Einrichtungen wie z. B. dem Heim Biedermannsdorf oder dem Heim in der Zomanngasse oder am Wilhelminenberg um Einrichtungen, die auch der Stadt Wien gehörten und in denen es zu unglaublichen Missständen kam. Frau Bock bekam aber trotzdem das „Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich“.

Frau Bock hat unbestreitbar ein großes Herz gegenüber Flüchtlingen gehabt. Um der Wahrheit zu dienen, darf man aber die andere Seite ihres Wesens nicht totschweigen oder verleugnen. Bei Herrn Sailer sind es Gerüchte und Vermutungen, vielleicht Verleumdungen. Bei Frau Bock sind es belegbare Tatsachen.

„Heimmutter“ Ute Bock…

Wenn Gutmenschen…

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