Dass in der „Causa Landbauer“ die Wogen hochgehen und die Empörung groß ist, ist wegen des Liedtextes verständlich. Verständlich ist auch, dass darauf hingewiesen wird, dass das singen solcher Lieder unter Strafe steht. Nicht verständlich ist aber, dass es da Leute gibt, die wegen dieses Vorfalles aufhören, rational zu denken. Die jetzt völlig ausrasten, wie Tobsüchtige agieren und in einem Offenen Brief Kanzler Kurz bezüglich des unsäglichen Liedtextes wissen lassen: „Das ist ein Aufruf zum Massenmord, der als solcher behandelt werden muss“. Wenn das nicht, gelinde gesagt, weit übers Ziel geschossen ist, was dann? Mit diesem an Hysterie grenzenden Eifer gegen besagtes NS- Lied vorzugehen, riskieren die Herrschaften, sich lächerlich zu machen und unglaubwürdig zu werden. Übrigens; von Sportlern hört man auch oft, sie würden „Gas geben“, sie hätten „Gas gegeben“ oder „geh herunter vom Gas“. Die Herrschaften sollen also klagen, was zu klagen ist und geklagt gehört, aber auf sachlicher und rechtsstaatlicher Basis. Es soll keine Lynchjustiz, aber auch kein „Nürnberger Tribunal“ geben. IS- Dschihadisten, Hetzprediger und Gefährder haben sonderbarerweise nicht viel zu befürchten. Da der Wiener Bürgermeisterkandidat Schieder feststellt: „Rechtsradikale Umtriebe sind in höchstem Ausmaß sicherheitsrelevant“, möchte ich bezüglich Sicherheit auf etwas hinweisen. Nicht nur, aber speziell in Wien gibt es in nächster Zeit einige Veranstaltungen, die mit Sicherheit im Mittelpunkt von Demonstrationen stehen werden. Da diese Demos wieder hunderte oder gar tausende Polizisten beschäftigen werden, kann man dazu schon im Vorfeld sagen: Linksradikale Umtriebe sind in höchstem Ausmaß sicherheitsrelevant. Die Verletzten werden das hinterher gerne bestätigen. Auch bei solchen Umtrieben ist die volle Härte des Gesetzes gefordert; schon lange.

Dass in der EU auch bei konservativen Regierungen eine linke Orientierung vorherrscht, ist nicht zu leugnen. Dass sich aber Bundespräsident Van der Bellen wegen der „Causa Landbauer“ genötigt sah, den Europarat in Straßburg zu besuchen, in einer Rede vor der Parlamentarischen Versammlung den Kotau machen zu müssen und die Wogen zu glätten, ist doch ziemlich stark. Er appellierte auch an die Versammlung, „… nicht in einen Zustand von Panik“ zu verfallen. Dieser Appell war jedenfalls berechtigt. Während man in Österreich fast den Eindruck hat, dass die Demokratie in ihren Grundfesten erschüttert wird, hört man in ausländischen Medien nicht allzu viel. Neben den bekannten Medien hat sich allerdings auch ein sogenannter „Star- Satiriker“, der eher ein „Würstl“ ist, wieder einmal wichtig machen wollen. Und noch ein Nachsatz: Durch die detaillierte Berichterstattung in dem Fall wurden nicht nur mir Informationen vermittelt, von denen man sonst nie etwas gehört hätte. Wo oder wie wären sonst die Textstellen jenes NS- Liedes zu erfahren gewesen, welche im Zusammenhang mit Landbauer jetzt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden?

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