Frauen sind doch wirklich rätselhafte Wesen, scheint es. Da gab es jetzt in London die Verleihung eines Filmpreises, zu der auch Herzogin Kate, die Gattin von Prinz William, geladen war. Die stets elegant gekleidete Kate sah sich auf dieser Gala der Eitelkeit massiver Kritik ausgesetzt. Der Grund dafür war, dass sie nicht in einem schwarzen, sondern in einem dunkelgrünen Kleid erschien. War doch aus Solidarität mit missbrauchten Frauen schwarz der ungeschriebene Dresscode. Das war auch schon bei den Golden Globes so, das sollte und soll auf die „Time´s Up“- Bewegung hinweisen. Das ist wohl eine ähnlich gelagerte Bewegung wie die „Me Too“- Bewegung und da soll auf die tatsächlichen oder behaupteten sexuellen Entgleisungen und Übergriffe bis hin zu behaupteten Vergewaltigungen, alles zum Teil Jahrzehnte zurückliegend, hingewiesen werden. Als vermeintliche Täter werden fast ausnahmslos Männer genannt, die ihre Autorität gegenüber den Frauen schamlos ausgenützt haben sollen, Film- und Theaterregisseure oder Produzenten z. B. Diese „Time´s Up“ wie auch die „Me Too“- Bewegung haben es weltweit im Medieninteresse auf die vordersten Plätze geschafft und der Männerwelt das Fürchten gelehrt.

Vor ein paar Tagen gab es in Berlin eine genehmigte Demonstration, die Frauenmarsch genannt wurde. Die Gründe für diese Demo waren eigentlich die gleichen wie bei „Time´s Up“ und „Me Too“; es ging gegen sexuelle Übergriffe, aber auch „gegen den Import eines archaischen Männerbildes“, wie es hieß. Initiatorin der Demo war keine bekannte Schauspielerin, sondern eine deutsch- kurdische Aktivistin. Das war allerdings nicht der einzige Unterschied. Während „Time´s Up“ und „Me Too“ volle Unterstützung von Frauenorganisationen, Feministinnen, linken Organisationen und Parteien haben, war beim Frauenmarsch genau das Gegenteil der Fall, aber da war ja auch nur das niedere Volk dabei und der Zulauf war nicht gerade groß. Diese Demo wurde nämlich für rassistisch erklärt, die von der verhassten AfD organisiert worden sein soll. Und als der Zug losmarschiert, kommen die Teilnehmer auch nicht weit. Linke von den Grünen bis zu Dunkelroten, als „Gegendemonstranten“ bezeichnet, blockieren den Demonstrationszug. Die Polizei zeigt kein Interesse, die „Gegendemo“ aufzulösen und dem Frauenmarsch den Weg freizumachen. Im Gesetz ist nämlich festgehalten, dass Demonstrationen nicht behindert werden dürfen; zumindest keine friedlichen.

Wenn bekannte Frauen gegen sexuelle Übergriffe mobil machen und die vermeintlichen Täter ihre Chefs sind oder zumindest aus dem eigenen Kulturkreis stammen, dann gibt es jede mediale Unterstützung und volles Verständnis. Wenn es aber jemand wagt, gegen sexuelle Übergriffe gegen Frauen durch Zuwanderer und Asylwerber, wie z. B. in der berüchtigten Kölner Silvesternacht, zu demonstrieren, dann muss es sich auf jeden Fall um Rassisten, Fremdenhasser oder gar um Nazis handeln und für die braucht auch das Demonstrationsrecht nicht zu gelten. Zumindest nicht, wenn es zu deren Vorteil wäre. Wer aus politisch korrekter Sicht auf der falschen Seite steht, braucht nicht auf den Staat zu hoffen. Offensichtlich müssen in Deutschland Demos gegen sexuelle Übergriffe der „richtigen“ politischen Richtung zuzuordnen sein, um als demonstrationswürdig angesehen zu werden. Das verstehe, wer will.

Advertisements