Vor knapp zwei Jahren waren die ersten Warnungen zu hören, jetzt ist es aber mehr; es ist ein Alarm, der zu hören ist. Es geht um die Renten- und Pensionsfonds in den USA, denen das Geld ausgeht und deshalb vor dem Bankrott stehen. Dieses Problem ist ja nicht ganz neu und hat nicht nur, aber auch mit der Nullzins- Politik zu tun. Da diese „Finanzpolitik des Verderbens“ aber nicht nur in den USA, sondern fast weltweit von den Notenbanken vorgegeben wurde, existiert dieses Problem sicher auch anderswo; beispielsweise auch in der EU unter EZB- Chef Draghi. In der EU haben Pensionsfonds und Lebensversicherer ja auch schon gejammert, dass sie nicht mehr wissen, wie sie ihre garantierten oder zumindest versprochenen Renditezusagen einhalten können. In den USA dürfte jedenfalls der größte öffentliche Pensionsfonds mit 1,7 Millionen pensionierten öffentlichen Angestellten kurz vor der Insolvenz stehen. Der Fonds hat sich dazu entschlossen, den Beitrag der Städte und Kommunen zu erhöhen, da er sich sonst der Zahlungsunfähigkeit nähert. Die Städte sagen aber, dass sie sich wiederum wegen der erhöhten Zuschüsse der Insolvenz nähern; ein Teufelskreis also.

Dieser von der Pleite bedrohte Fonds verwaltet etwa 350 Milliarden Dollar an zukünftigen Pensionsforderungen seiner Mitglieder, er ist also alles andere als ein „Leichtgewicht“ und seine Pleite würde zumindest in den USA eine Finanzkrise auslösen. Der Staat wäre wohl gezwungen, ihn zu retten, da der Großteil der Fondsmitglieder sonst vor dem Nichts stehen würde. Die Amerikaner haben traditionell wenig Ersparnisse, sondern leben in der Rente hauptsächlich von den Zahlungen der Pensionsfonds. Wesentliche Teile der Altersvorsorge werden in den USA so abgesichert. Die drohende Pleite des größten Pensionsfonds ist aber nur die Spitze des Eisberges. Viele andere, kleinere Pensionsfonds stehen ebenfalls mit dem Rücken zur Wand. Vor etwa zwei Jahren haben amerikanische Pensionsfonds um die Erlaubnis gebeten, die Auszahlungen an die Kunden kürzen zu dürfen. Ohne diese Maßnahme wären Fonds- und auch deren Rückversicherer- in den nächsten Jahren von der Pleite bedroht.

Von den USA weiß man jetzt also, dass sich am Finanzsektor was Bedrohliches zusammenbraut. In Europa wird über das gleiche Problem noch nicht so laut und so offen gesprochen. Es werden aber jetzt Befürchtungen geäußert, dass sich auf Grund des Wahlergebnisses in Italien in Kürze in der EU ein finanzielles Erdbeben ereignen könnte. Dass nämlich durch den Sieg der rechten Parteien auf irgend eine Weise das Schuldengebäude der Italiener zusammen krachen könnte und die EU als Retter einspringen müsste. Solche Kassandrarufe von „Fachleuten“ gab es aber auch nach der Brexit- Abstimmung und sie haben sich bis heute nicht bewahrheitet. Hoffen wir dasselbe bei Italien.

Dazu ein älterer Artikel von mir:

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