Es ist sicher kein Zufall, dass in letzter Zeit massiv über die Benachteiligung der Frauen berichtet wurde, stand doch der Weltfrauentag vor der Tür. Zu Recht wurde über den immer noch gravierenden Unterschied beim Verdienst hingewiesen – beim Gehalt bei gleicher Qualifikation im gleichen Job bei gleichen Stunden gegenüber Männern. Weniger detailliert wurde darauf eingegangen, dass sehr viele Frauen nur Teilzeit arbeiten, somit logischerweise weniger verdienen, in weiterer Folge später auch weniger Pension erhalten und dadurch eher von Altersarmut bedroht sind. Frauen sagen, sie können wegen mangelnder Kinderbetreuung nur Teilzeit arbeiten. Das mag vielfach zutreffen, aber nicht immer und gerade in Ballungszentren ist fast immer Ganztagesbetreuung gewährleistet. Es gibt aber auch Unternehmen, Supermärkte z. B., die nur Teilzeitjobs anbieten, so wie es auch kinderlose Frauen bzw. Frauen mit schon selbständigen Kindern gibt, die gar keinen Vollzeitjob wollen.

Wenn jetzt die Politik auf den Zug aufspringt und sich zum Thema der niedrigen Löhne bei den Frauen (wegen der Teilzeit) und daraus resultierend niedriger Pensionen angeblich den Kopf zerbricht und nach Lösungen sucht, dann ist das billig. Man mag der Politik alles mögliche unterstellen, aber doch bitte nicht, dass das für die Damen und Herren etwas völlig Neues ist. Der Verdacht besteht, dass die Wirtschaft das Potential der „unterbeschäftigten“ Frauen (Teilzeit!) ausschöpfen will, weil wegen der guten Wirtschaftslage Arbeitskräfte gesucht werden und dieses Problem mit einem Umstieg von Teilzeit auf Vollzeit zumindest teilweise zu lösen wäre. Das wäre natürlich auch im Interesse der Regierung im Hinblick auf mehr Steuereinnahmen, mehr SV- Abgaben und es würde auch dem Umlageverfahren bei Pensionen zugute kommen. Die Regierungen hätten es ja schon lange am liebsten gesehen, wenn Frauen ganztags gearbeitet hätten und die Mütter nach der Geburt eines Kindes nach allerkürzester Zeit wieder in der Arbeit gewesen wären. Die Kinder hätte man halt zur Fremderziehung tagsüber irgendwo abgeben können. Ganz hat das nicht funktioniert, aber fast. Die Frauen bekamen immer weniger und immer später Kinder. Das war und ist eine Folge des wirtschaftlichen Drucks; wegen des benötigten Verdienstes und wegen der Karriere. Und die Kinderbetreuung geht immer mehr in Richtung des Modells, wie es vor Jahrzehnten im Ostblock üblich war. Es wird immer noch auf immerwährendes Wirtschaftswachstum gesetzt und dazu bedarf es des vollen Einsatzes aller Frauen. Das mag einer der Gründe sein, warum die Politik nie nach familienfreundlicheren Lösungen suchte, aber Familie ist ja heute nicht mehr so besonders gefragt. Dann bräuchte es auch nicht Zuwanderung, sogenannte „Bestandserhaltungsmigration“, um aus wirtschaftlichen Interessen dem Bevölkerungsschwund entgegen zu wirken.

Im Herbst 2016 forderten Experten des „Club of Rome“ übrigens „ein radikales Umdenken in Industrienationen und ein Ende des „unendlichen Konsums““. Sie plädierten z. B: für die „Ein- Kind- Politik“ in Industrieländern, für eine Abkehr vom Freihandel, vom „unendlichen Konsum“ und von der „marktradikalen Ideologie“. Diese Vorschläge waren gedacht für eine nachhaltige Entwicklung und den Schutz der Erde. Die Ideen schafften es nicht einmal in die Massenmedien. Die Wirtschaft hat Vorrang. Dafür muss auch der Weltfrauentag herhalten. Und Frauenorganisationen machen da mit.

Zukunftsforscher plädieren für …

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