Am 11. 3. habe ich am ORF leider eine Sendung nicht gesehen, nämlich „Im Zentrum“. Das Leider steht für einen Studiogast, des Künstlers und Zeitzeugen Arik Brauer und zum Weiterzappen bewogen wurde ich durch andere Studiogäste. Es ging in der Sendung um die Verführbarkeit der Menschen und um den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938. Gleich am Anfang der Sendung wurden Umfrageergebnisse gebracht, wie z. B., dass die Zufriedenheit mit der Demokratie abnimmt, der Wunsch nach einem „starken Führer“ hingegen zunimmt. Dass die Demokratie nach Meinung vieler Menschen vom Staat zunehmend eingeengt wird und dadurch an Zustimmung verliert, wurde nicht angesprochen. Es ging um zunehmenden Antisemitismus, um einen europaweiten Rechtsruck usw., es wurde auch die österreichische „Liederbuch- Affäre“ angesprochen und da hat Herr Brauer den ebenfalls anwesenden Ex- Bundespräsidenten Fischer, aber nicht nur den, mit seiner Antwort geschockt. Er sagte nämlich: „Als Österreicher ist das natürlich zum Kotzen, das ist schädlich für Österreich… Als Jude sage ich ehrlich: Das ist mir ziemlich wurscht… Das ist keine Sache, woraus man ein Problem machen kann“. Für Herrn Brauer ist die Zuwanderung ein viel größeres Problem. Seine Meinung dazu: „Das ist das Problem und das ist die Grundursache für dieses Aufkommen von rechtem Gedankengut in jeder Hinsicht“. Das konnte Herr Fischer so nicht stehenlassen, widersprach. Herr Brauer (als Jude) erklärte auch, wen er als Feind der Juden sieht: „Es gibt eine Viertelmilliarde Araber, die wollen uns lieber unter der Erde oder am Grund vom Mittelmeer sehen“.

Hoffentlich hat sich Herr Brauer mit seiner Sicht der Dinge jetzt nicht die Freundschaft mit dem Ex- Bundespräsidenten verscherzt. Vielleicht braucht er die noch, falls ihn für seine ehrlichen und zutreffenden Äußerungen jemand wegen „Verhetzung“ oder „hate speech“ oder „Rassismus“ oder sonst was vor Gericht zerren will. Solche Spinner gibt es sicher, die das jetzt überlegen.

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