Ein syrischer Flüchtling, der 2014 geflüchtet ist und Österreich zu seiner neuen Heimat ausgewählt hat, bedankt sich in Form eines Buches, dessen Titel ganz einfach „Danke“ ist. Das ist schon einmal positiv, denn allzu viele Flüchtlinge bedanken sich nicht, betrachten die Aufnahme mit allem Drum und Dran als Selbstverständlichkeit oder „danken“ es mit kriminellen Aktivitäten. Also; wie gesagt, sein „Danke“ ist ein positives Zeichen. Und dass ihm der ORF beim Ö3- Wecker eine große Plattform zur Präsentation geboten hat, verwundert nicht. Auch die „Krone“ hat das Buch von Omar Khir Alanam vorgestellt und einige Zitate daraus abgedruckt. Genau da kommt jedoch mein „aber…“, denn: Wenn Herr Alanam sagt, er ist deswegen geflohen, weil er nicht als Soldat in der Armee von Assad töten und sterben wollte, dann ist er nach dem Gesetz ein Deserteur oder ein Fahnenflüchtiger. Dieser Hinweis auf seinen Fluchtgrund in den „orf.stories“ steht aber in Widerspruch zu einem Zitat in der Zeitung, nach dem er vom syrischen Geheimdienst gequält wurde. Desertation oder ein Fluchtversuch ist kein Fall für den Geheimdienst, sicher auch nicht in Syrien. Absolut unglaubwürdig ist der Satz in einem Zitat: „… alles was wir sagen durften, war: Al- Assad ist mein Gott“. Für einen gläubigen Moslem ist es undenkbar, einen Menschen als Gott, als Allah zu bezeichnen oder zu fordern, das zu sagen oder zu dulden, dass das gesagt wird. Im Koran heißt es gleich zu Beginn von Sure 3: „Allah – kein Gott ist da außer ihm,…“ und in Sure 7 heißt es: „O mein Volk, dient Allah; ihr habt keinen anderen Gott außer ihm…“

Wenn Herr Alanam, in der „Krone“ beschrieben, von Widerstand gegen Assad erzählt und von seiner Flucht aus dem Bombenhagel durch acht Länder, dann frage ich mich; war es eine Desertation und Flucht oder war es Widerstand gegen die legitime Regierung? Wenn ich als Österreicher massiv einen geplanten Sturz der Regierung unterstützen würde, womöglich noch bewaffnet, dann lande ich wohl auch „im Häfen“, werde also eingesperrt und die Flucht als solche ist im ersten sicheren Nachbarland, wie in dem Fall z. B. Jordanien oder Libanon oder Türkei, zu Ende. Von dort weiter ist es eine selektive Reise in ein vorgesehenes Zielland und diese Reise hat ihn eben nach Österreich geführt.

Einiges an der Geschichte erscheint mir nicht logisch und nicht glaubwürdig. Ich wünsche Herrn Alanam trotzdem alles Gute für die Zukunft.

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