Als hätte der französische Präsident Macron nicht schon genug Probleme wegen seiner geplanten Arbeitsmarkt- Reform im Allgemeinen und mit den Eisenbahnern im Besonderen, kommen jetzt noch zusätzliche Probleme daher. Macron tauchte als Kandidat für das Präsidentenamt ja fast aus dem Nichts auf; plötzlich war er da und alle waren von ihm begeistert. Man könnte fast sagen: Er kam, sah und siegte. Bald machte sich aber Ernüchterung breit, Macron wurde mit der Realpolitik konfrontiert, hat mit den Problemen des Landes zu kämpfen. Und jetzt hat ihn auch noch die jüngere Vergangenheit eingeholt; sein Wahlkampf oder genauer gesagt die Finanzierung seines Wahlkampfes. Wie zu lesen ist, hat Macron während seines Wahlkampfes binnen kurzer Zeit 13 Millionen Euro aufgetrieben. Das ist gewaltig. Macron sagte dazu kürzlich, er habe sich 8 Millionen für seinen Wahlkampf „geliehen“. Er sagte aber nicht, von wem. Das ist unklug, aber es bleibt ihm wohl nichts anderes übrig. Rein rechnerisch bleiben dann nur 5 Millionen, die er an Spenden einnahm, und zwar großteils von Banken und Bankern. Die Spenden kamen also aus seinem früheren Umfeld, war er doch selbst früher ein hochrangiger Banker bei Rothschild, wie zu lesen ist. Aber über seine Beziehungen und seine Verbindungen zur Bankenwelt redet Macron heute nicht mehr so gerne. Könnte ja wer auf die Idee kommen zu fragen, was seine Freunde aus der Finanzwelt als Gegenleistung für die großzügigen Spenden von ihm erwarten.

Macron ist aber nicht der erste französische Präsident, der Ärger wegen der Wahlkampffinanzierung hat. Sein Vor- Vorgänger Sarkozy war kürzlich deswegen sogar kurzfristig in Haft. Es geht da um den Vorwurf, dass ihm der libysche Machthaber Gaddafi für den Wahlkampf 2007 finanziell ein wenig unter die Arme gegriffen haben soll. Von bis zu 50 Millionen Euro ist da die Rede. Ein paar Jahre nach dieser Unterstützung begann der Krieg gegen Libyen. Frankreichs Präsident Sarkozy war einer der größten Befürworter und Gaddafi wurde in diesem Krieg grausam ermordet. Beim Verfahren gegen Ex- Präsident Sarkozy geht es aber nicht nur um illegale Wahlkampffinanzierung, die Ermittlungsbeamten sind da auch hinter anderen Geldflüssen her.

Die französischen Präsidenten ziehen aber, wie es scheint, fast magisch das Unheil im Zusammenhang mit Geld an. Die letzten Fälle sind eben Macron und Sarkozy, aber schon länger zurückliegend kam der damalige Präsident Giscard d´Estaing gehörig ins Schwitzen, als bekannt wurde, dass er von Kaiser Bokassa großzügige Geschenke annahm. Bokassa war der selbstgekrönte Kaiser der Zentralafrikanischen Republik bzw. des Zentralafrikanischen Kaiserreichs. Er ließ sich seine protzige Hofhaltung von Frankreich bezahlen, überließ den Franzosen im Gegenzug Uran und andere Rohstoffe und beschenkte den französischen Präsidenten großzügig, z. B. mit einem 10- karätigen Brillanten. Dafür nannte ihn der Präsident „unseren besten Freund in Afrika“. Und noch ein Zitat von Bokassa: „Alles hier wird von den Franzosen finanziert. Wir fragen sie nach Geld, kriegen es und verschwenden es“.

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